Excite

Alkohol am Arbeitsplatz: Probleme offen ansprechen

Die glasigen Augen, die Schnapsfahne im Fahrstuhl, der unsichere Gang über den Büroflur, das leichte Lallen im Gespräch: Wer regelmäßig zu viel Alkohol trinkt, fällt schnell auf. Aber trotz dieser offensichtlichen Anzeichen schauen Kollegen meist weg. Damit schaden sie den Betroffenen allerdings mehr, als dass sie ihnen helfen. Je früher ein Betroffener auf sein Alkoholproblem angesprochen wird, desto leichter kann der Suchtkreislauf noch durchbrochen werden.

Alkoholiker neigen dazu, ihr Problem zu verleugnen oder über ihren Zustand zu lügen. Wer jedoch von anderen darauf angesprochen wird, dass er nach Alkohol riecht oder unkonzentriert wirkt, gerät unter Druck. Je größer dieser der Druck wird, desto größer ist auch die Chance, dass derjenige sich eingestehen muss, etwas zu unternehmen.

Schätzungen gehen davon aus, dass jeder fünfte bis zehnte Mitarbeiter in einem Unternehmen einen riskanten oder gar schädlichen Konsum mit Suchtmitteln betreibt. Es ist also relativ wahrscheinlich, dass man selbst einen solchen Kollegen kennt. Wer morgens oft verkatert zur Arbeit kommt, Stimmungsschwankungen zeigt oder nervös und reizbar ist, sollte auf sein Verhalten angesprochen werden. Falsche Rücksichtnahme aus Mitleid oder Angst vor einem Konflikt sollte ausgeblendet werden.

Natürlich fällt es jedem schwer, ein solch delikates Gespräch zu beginnen. Als guter Einstieg wird empfohlen, dem Betroffenen zu verdeutlichen, dass man lieber mit ihm als über ihn reden möchte und dass einem das Thema schwerfällt. Anschließend sollte man ihm erklären, wie problematisch und auffällig sein Auftreten wahrgenommen wird. Auf eines sollte man vorbereitet sein: Der auf sein Suchtverhalten angesprochene Kollege könnte verärgert reagieren oder sich zurückziehen.

Der beste Gesprächszeitpunkt ist deshalb kurz vor Feierabend oder dem Wochenende. Das gibt dem Kollegen Zeit, in Ruhe über das Gehörte nachzudenken. Empfehlenswert ist es auch, wenn gleich mehrere Kollegen den Suchtkranken ansprechen. Je mehr Menschen sein Problem auffällt, desto schwerer wird es für ihn, seine Sucht zu verleugnen.

Quelle: come-on.de
Bild: fihu (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017