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Amazon: ARD-Doku "Ausgeliefert" ist teilweise erfunden

Die TV-Doku "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" prangerte Amazon unter anderem damit an, mit zwielichtigen Geschäftspartnern zu kooperieren. So wurden auch die Machenschaften des Partnerunternehmens CoCo ins Visier genommen. Peter Häuser von der Pressestelle des für die Produktion verantwortlichen Hessischen Rundfunks bestätigte nun, dass vom LG Hamburg eine Verfügung erlassen worden ist - diese richte sich aber nur gegen einen einzigen Satz in der Dokumentation, in welchem die ARD behauptete, Leiharbeiter würden "...im Keller des Restaurants abgefüttert wie die Schweine." Der Satz ist bereits herausgenommen worden, den Beitrag kann man aber nach wie vor in der ARD-Mediathek ansehen.

CoCo sieht in dem Beitrag auch ohne die gestrichenen Worte eine unzulässige Schmähkritik - den in der Doku gezeigten Speiseraum gäbe es zum Beispiel gar nicht und auch die "heruntergekommenen" Quartiere der Leiharbeiter seien pure Erfindung. Der HR besteht darauf, dass es sich um das Zitat eines Informanten handele und damit der freien Meinungsäußerung unterliege. Der Informant habe sich zudem zu einer eidesstattlichen Aussage bereit erklärt und der HR prüfe zur Zeit alle Optionen, um einen Widerspruch einzulegen. Der Vorwurf der erfundenen Zeugin Agnieszka Lewandowska sei schlicht falsch. Eine der E-Mails hingegen soll tatsächlich fingiert gewesen sein, wie die Rechtsabteilung des HR bereits zugegeben haben soll.

Mitte Februar war die ARD-Reportage "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" ausgestrahlt worden. Sie hatte für viel Aufsehen gesorgt und erhob schwere Vorwürfe gegen die Arbeitsverhältnisse von Leiharbeitern Amazons in Deutschland. Als Reaktion hat Amazon etliche Vertraege gekündigt oder nicht weiter verlängert. CoCo ist verantwortlich gewesen für die Unterkünfte von Leiharbeitern.

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