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Amazon-Skandal: Was ist eigentlich passiert?

Amazon muss sich gerade im Krisenmanagement üben, denn das Online-Versandhaus ist mächtig in die Schlagzeilen geraten. Der Hessische Rundfunk thematisierte in einem Bericht auf der ARD die Arbeitsbedingungen im Verpackungswerk im hessischen Bad Hersfeld. Und die sind alles andere als gut. Wir fassen hier jetzt mal alles zusammen.

Damit die bis zu 2,7 Millionen täglich verschickten Produkte in Deutschland auch rechtzeitig beim Besteller ankommen, beschäftigt Amazon sogenannte Wanderarbeiter. Die werden über eine Leiharbeitsfirma angeworben. Das bedeutet, dass nicht Amazon die Arbeitsverträge aufsetzt, sondern diese Firma. Das Perfide daran ist, dass viele der Arbeiter Ausländer sind und kein Deutsch können. Sie wissen teilweise nicht, was sie da genau unterschreiben.

Und so kommt es, dass die Arbeiter am Monatsende etwa zwölf Prozent weniger Lohn kriegen, als es mit Amazon vorher ausgemacht war. Dazu kommt, dass diese Arbeiter im Umkreis von Bad Hersfeld in jeder Kaschemme, die der Konzern anmieten kann, untergebracht werden. Und diese Behausungen werden von Amazon-Mitarbeitern ständig durchsucht, die Arbeiter werden permanent überwacht und eingeschüchtert, heißt es in der ARD-Reportage. Man hat wohl in dem Konzern die Angst, dass Produkte von den Mitarbeitern geklaut werden.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Sicherheitspersonal von Amazon anscheinend aus der Naziszene rekrutiert wurde. Einige Securityleute trugen Kleidung der Marke Thor Steinar. Diese ist bei den Rechten sehr angesagt. All diese Dinge führen dazu, dass Amazon nun ein katastrophales Image hat. Viele Kunden haben ihre Accounts schon gelöscht. Haben dann aber die böse Überraschung erlebt, dass Inhalte für das Lesegerät Kindle nicht mehr verwendet werden konnten, weil sie ebenfalls gelöscht wurden. Dazu haben viele Firmen die Zusammenarbeit mit dem Online-Versandhaus gekündigt.

Aus der Chefetage von Amazon kam natürlich sofort die Reaktion, dass es sich dabei um Einzelfälle handeln würde und man dagegen sofort vorgehe. Es würden ansonsten keine unwürdigen Arbeitsbedingungen herrschen, meint Ralf Kleber, der Deutschland-Chef von Amazon. Eine andere Reaktion blieb ihm aber auch kaum übrig. Aber es droht schon der nächste Ärger. Das Bundeskartellamt hat Amazon nun im Visier. Die Website biete Händlern unlauteren Platz, um ihre Waren anzubieten.

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