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Amazon: Verdi kündigt Streik zur Weihnachtszeit an

Die Gewerkschaft Verdi könnte für eine Menge langer und trauriger Gesichter an den Weihnachtsfeiertagen sorgen, denn alle Amazon-Mitarbeiter sollen streiken: "Ziel ist natürlich, dass Weihnachtspakete liegen bleiben", sagt Heiner Reimann, der Verdi-Verteter beim Amazon-Standort in Bad Hersfeld ganz deutlich. Doch das Online-Versandhaus sei gut vorbereitet.

Die Frage ist auch gar nicht mehr, ob gestreikt wird. "100-prozentig legen wir über Advent die Arbeit nieder", sagte Reimann dem FOCUS. Und das gelte nicht nur für den Amazon-Hauptsitz in Bad Hersfeld, sondern auch für die Niederlassung in Leipzig. Am liebsten würden alle Mitarbeiter bis Heiligabend durchstreiken, heißt es aus Kreisen von Verdi.

Für Amazon wäre das natürlich eine mittelschwere Katastrophe. Gerade zur Weihnachtszeit bestellen sehr viele Menschen im Internet und die Pakete müssen bis spätestens 24. Dezember ausgeliefert sein. Wenn gestreikt wird, dann käme es zu Engpässen und die Pakete bleiben in den Hallen liegen. Der Grund für den Streik ist klar. Schon länger heißt es, dass Amazon untertariflich bezahlen würde Mit dem Streik möchte Verdi einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Versand- und Einzelhandels aushandeln.

Das sieht Amazon aber nicht ein. Denn das Unternehmen meint, dass seine Mitarbeiter am oberen Ende dessen lägen, was in der Logistikbranche an Einkommen üblich sei. Tatsächlich orientiert sich das Online-Versandunternehmen an den eher günstigen Tarifen in der Logoistikbranche. Auch Angela Merkel hat sich inzwischen in den Tarifstreit eingeschaltet. Die Bundeskanzlerin appelierte an Amazon, vertretbare Arbeitsbedingungen zu schaffen. Außerdem sei sie dafür, dass alle Mitarbeiter nach Tarif bezahlt werden.

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