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Anonyme Bewerbung: Mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die anonyme Bewerbung spaltet die Geister. Bewerber und Bewerberinnen mit Behinderung, in höherem Alter, weiblich oder mit Migrationshintergrund sehen sehr starke Vorteile für sich auf dem Arbeitsmarkt, denn sie müssen ihre persönlichen Daten nicht eintragen und kein Foto einfügen. Für viele Personaler ist das anonymisierte Verfahren noch Neuland, wobei viele Unternehmen auf diese Art der Stellenausschreibung umgesiedelt haben.

    the Italian voice/Flickr

Mit dem anonymisierten Bewerbungsverfahren gegen Diskriminierung

Die anonyme Bewerbung verzichtet auf eine klassische Bewerbung sondern ist stark standardisiert. In vielen Fällen wird die Bewerbung online ausgefüllt. Dabei müssen keine Angaben zum Geschlecht, der Herkunft und Religion, dem Alter gemacht werden. Auch ein Bewerbungsfoto fällt aus.

Das anonymisierten Bewerbungsverfahren soll den Fokus auf die Qualifikationen und Berufserfahrung des Bewerbers lenken und Diskriminierung vorbeugen. In vielen Ländern der Welt ist die anonymisierte Bewerbung Gang und Gebe. In Deutschland werden es immer mehr Unternehmen, die auf diese Art umsteigen.

Dabei ist es das Thema Diskriminierung bei Bewerbungen, was sie dazu hinführt. So fand das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit heraus, dass ein türkischer Name die Chancen auf eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch um 14 Prozent senkt, unabhängig, ob der Bewerber gleiche oder bessere Qualifikationen als seine Mitbewerber mitbringt.

Trotzdem sind einige Unternehmen skeptisch. Der erste persönliche Eindruck spielt auch eine große Rolle bei der Stellenvergabe, bei vielen Stellen sogar mehr als die Ausbildung oder die Berufserfahrung. Dann haben Bewerber, die auf eine Bewerbung ohne Foto und persönliche Daten setzen, keine Chance.

Generell sollte man abwägen, ob man eine anonymisierte Bewerbung an ein Unternehmen schickt. Viele Firmen geben bei der Stellenausschreibung an, ob sie für ein anonymes Bewerbungsverfahren sind oder nicht. Viele Firmen, die dieses Verfahren unterstützen, haben auf ihren Internetseiten einen Bewerbungsbogen konzipiert, bei dem nur die Ausbildungsdaten, Qualifikationen und Informationen zur Berufserfahrung abgefragt werden.

Tipps für eine anonyme Bewerbung

Wer sich für eine anonyme Bewerbung entscheidet, sollte einige Tipps befolgen. So hilft eine neutrale Email-Adresse, um keine Rückschlüsse auf die Person zu erlauben. Auch sollte man im Bewerbungsschreiben sowie beim Lebenslauf auf Gender-Formulierungen wie 'Managerin' verzichten. Des Weiteren wird der ganze erste Block des Lebenslauf mit den persönlichen Daten gelöscht.

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