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Anonymisierte Bewerbung soll Diskriminierung bei der Stellensuche verhindern

Die Antidiskrimierungsstelle des Bundes startet einen Pilotversuch gegen Diskriminierung bei der Stellensuche. Anonymisierte Bewerbungen ohne Altersangaben, Namen und Foto sollen eine Benachteiligung von ethnischen Minderheiten oder Älteren verhindern. Fünf große Unternehmen konnten für das Projekt gewonnen werden.

Wie die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) Christine Lüders berichtete, werden drei deutsche DAX-Unternehmen und zwei internationale Konzerne, darunter die Konsummittelhersteller Procter & Gamble und L'Oréal an dem Pilotversuch gegen Diskriminierung teilnehmen.

Durch die anonymisierte Bewerbung soll verhindert werden, dass Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihres Alters oder ihres Geschlechts bei der Bewerbung benachteiligt werden. 'Nur die Qualifikation zählt', betont Lüders. Um das zu gewährleisten sollen auf den anonymisierten Lebensläufen weder Foto, noch Name, Geburtsdatum oder Familienstand angegeben werden.

Für die Einführung der anonymisierten Bewerbung, die übrigens in den USA, Großbritannien und Frankreich schon Praxis ist, verweist Lüders auf die Erfahrungen der Antidiskriminierungsstelle: 'Unsere tägliche Beratungsarbeit belegt, dass allein die Angabe eines türkischen Nachnamens die Chance auf eine Einladung zum Gespräch deutlich reduziert.'

Doch auch wenn die anonymisierte Bewerbung Diskriminierung in der ersten Phase des Einstellungsverfahrens schlichtweg unmöglich macht, schützt sie nicht vor Vorurteilen im weiteren Verlauf der Personalauswahl. Spätestens im Vorstellungsgespräch ist es vorbei mit der Anonymität. 'Doch manchmal ist es schon Gold wert, überhaupt eingeladen zu werden, um gegen die Schere im Kopf anzukommen', betont Lüders. Und durch die anonymisierte Bewerbung sollen zumindest alle Bewerber die gleiche Chance erhalten, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und den potenziellen Arbeitgeber im persönlichen Gespräch zu überzeugen.

Quelle: rp-online.de, lto.de
Bild: jutta rotter (Pixelio)

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