Excite

Arbeit für Ältere: Wer nicht gerade Führungskraft oder Akademiker ist, hat es bei der Jobsuche schwer

Die Deutschen werden zwar immer älter, doch spätestens jenseits der 50 haben die meisten Arbeitssuchenden nur noch schlechte Chancen auf eine neue Stelle. Da helfen auch die Appelle und Programme der Politik nur wenig. In den kommenden Jahren wird sich das Problem aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge der älteren Arbeitnehmer noch verschärfen.

Besonders schlechte Karten auf eine sozialversicherungspflichtige Stelle haben ältere Beschäftigte in ländlichen Gegenden Westdeutschlands, in Bayern sowie in weiten Teilen Ostdeutschlands. In Baden-Württemberg, dem Rhein-Main-Gebiet, Schleswig-Holstein und den Stadtstaaten hingegen arbeiteten vergleichsweise viele Menschen bis zum offiziellen Rentenalter. Arbeitsexperten zufolge sind vor allem die regionale Wirtschaftsstruktur und die Lage am Arbeitsmarkt entscheidend dafür, ob auch Ältere einen Job finden. In Dienstleistungsberufen haben sie beispielsweise recht gute Karten. Doch viele Angestellte waren früher in Industrieberufen tätig, in denen es wegen des Strukturwandels zu einem starken Rückgang kam. Sie haben kaum noch eine Chance auf eine reguläre Stelle. Ganz anders sieht es dagegen für ältere Akademiker und Führungskräfte aus: Ihr Erfahrungsschatz und ihr Know How sind nicht nur bundesweit, sondern weltweit gefragt und geschätzt.

Allen anderen Arbeitssuchenden ist zu raten, sich aktiv und planvoll in ihre Bewerbungsphase zu stürzen. Liegt ihre letzte Bewerbung schon lange zurück, sollten sie vorab eine Bestandsaufnahme machen und herausfinden, welche Bewerbungsstandards heute gelten. Um eine neue Herausforderung anzugehen, ist es zudem notwendig, eine positive Grundhaltung zu entwickeln und mit dem alten Berufsleben abzuschließen. Was vorbei ist, ist schließlich vorbei. Absolut erlaubt ist jedoch, sich seine Stärken und Erfahrungen ins Bewusstsein zu rufen und diese positiv zu vermarkten. Wichtig ist hierbei, dem potentiellen Arbeitgeber die handfesten Vorteile der Berufserfahrung offensichtlich darzustellen.

Im Laufe ihres Berufslebens haben ältere Arbeitnehmer häufig viele persönliche Kontakte oder sogar Netzwerke geknüpft. Zu diesem Personenkreis müssen nicht nur (alte) Kollegen, ehemalige Kunden oder Geschäftspartner gehören. Es können auch Familienmitglieder, Freunde und alle möglichen Bekanntschaften vom Arzt bis zum Bäcker eingespannt werden. Im Gegensatz zu eingesandten Bewerbungen auf Stellenzeigen, wo die eigene Bewerbung in der Masse schnell untergeht und das Vorurteil des fortgeschrittenen Alters nicht mit einer persönlichen Darstellung entkräftet werden kann, helfen Hinweise auf offene Stellen oder persönliche Empfehlungen durch Bekannte oft weiter und können eine Eintrittskarte in den neuen Job sein. Dafür muss man halt ein Stück Selbstüberwindung in Kauf nehmen.

Quelle: berufszentrum.de
Bild: Goddard Photo and Video Blog (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017