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Arbeit statt Spiel: Aktuelle ILO-Studie zur Kinderarbeit

Kinderarbeit ist immer noch ein Problem: So viel lässt sich sagen, auch wenn die aktuelle Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einen Rückgang der Kinderarbeit im Allgemeinen vermerken kann. Bedenklich sind nicht die vielfach zum spöttischen Vergleich herangezogenen Jugendlichen, die mit 15 oder 16 ihre Ausbildung unter den Arbeitsschutzbedingungen in Deutschland beginnen, sondern kleine Kinder, die oft schon im Grundschulalter mit harter Arbeit ihre Tage verbringen.

Gefährliche Tätigkeiten

Es gibt UN-Konventionen zur Bekämpfung der Kinderarbeit, die viele Staaten unterzeichnet haben. Damit soll vor allem erreicht werden, dass Kinder nicht in gefährlichen Bereichen arbeiten. Denn einfach zu verbieten, dass Kinder die lernen und spielen sollten, arbeiten gehen, löst das Problem nicht.

In den meisten Fällen werden Kinder nicht arbeiten geschickt, weil die Eltern zusätzliches Geld wollen oder ihren Kindern keine Ausbildung gönnen würden: Sie können es sich einfach nicht erlauben, dass Kinder nicht arbeiten. Oft bekommt fast niemand in den entsprechenden Regionen einen Job und die unterbezahlten und gefährlichen Tätigkeiten, die Kinder ausüben, sind die einzige Möglichkeit für eine Familie, zu überleben.

Besser als Verbote wirken also Kampagnen, die staatliche Hilfe für Familien beispielsweise an die Bedingung knüpfen, dass alle Kinder zur Schule gehen. Gefährliche und schädliche Tätigkeiten müssen natürlich verboten sein: Kinder müssen sowohl vor Arbeit in körperlich belastender Umgebung (mit Giftstoffen oder einfach nur so starker körperlicher Belastung, dass die Entwicklung gefährdet ist), als auch seelisch vollkommen zerrüttenden Tätigkeiten beispielsweise im Sexgewerbe, geschützt werden.

Das Ziel, schon 2016 alle gefährlichen Tätigkeiten für Kinder abgeschafft zu haben, wird die Organisation nach eigenen Angaben nicht erreichen. Sie will sich auch nicht auf den mittlerweile verbesserten Zahlen ausruhen. Denn es arbeiten zwar nur noch 11% der Kinder weltweit, das sind aber immer noch 11% zu viel.

Verbesserungen gewünscht

Die stärksten Verbesserungen im Bereich Kinderarbeit lassen sich nach Beobachtungen der ILO erreichen, indem der Schulbesuch und Bildung gefördert wird. Das erfordert eigentlich immer die Bereitschaft und Möglichkeit von Seiten des Staates, in die Bildung zu investieren. In vielen Ländern liegt also das Hauptbemühen darin, von den positiven Auswirkungen einer Investition in die Bildung der Kinder zu überzeugen.

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