Einfacher als gedacht: Arbeiten auf Honorarbasis

Freiberufler, Selbständiger oder noch cooler: Freelancer. Für viele Menschen klingt das, als wäre diese Art des Arbeitsverhältnisses immer noch Berufsgruppen wie Architekten, Anwälten, Ärztinnen oder Jobs in den Kreativbranchen vorbehalten. Dabei kann jeder als Honorarkraft arbeiten. Wer ein paar Regeln beachtet, bekommt keine Probleme mit dem Finanzamt. In jedem Fall macht das Arbeiten auf Honorarbasis Ihr berufliches Leben garantiert abwechslungsreicher.

Aller Anfang ist bürokratisch

Zunächst benötigen Sie eine Steuernummer. Die muss zwingend auf jeder Rechnung erscheinen und ist daher rechtzeitig vor der ersten Tätigkeit als Honorarkraft beim verantwortlichen Finanzamt zu beantragen. In der Regel ist das das Amt, bei dem sie auch ihre Steuererklärung oder Ihren Lohnsteuerjahresausgleich abgeben.

Dort können Sie sich auch beraten lassen, wo sie ihr Gewerbe anmelden müssen. Denn gemäß § 1 der Gewerbeordnung ist der Betrieb eines Gewerbes zwar jedermann gestattet, dennoch leben wir in einem Staat der alles regelt und sich damit auch vorbehält hierfür die Erlaubnis zu erteilen. Die Bearbeitung kostet in Deutschland je nach Stadt zwischen 15 und 65 Euro. In Berlin sind es 26 Euro. Teuer denken sie? Dann ziehen sie nicht nach Österreich. Die Ämter dort rufen 150 Euro für einen Gewerbeschein auf.

Sie haben eine Steuernummer und einen Gewerbeschein? Dann brauchen Sie nur noch einen Arbeitgeber, für den das Arbeiten auf Honorarbasis als Beschäftigungsverhältnis in Frage kommt. Denn das geht nicht überall. Mit ein paar Auflagen will der Staat der Scheinselbstständigkeit vorbeugen. Denn theoretisch ist es für jeden Arbeitgeber günstiger Honorarkräfte zu beschäftigen, weil er so Sozialausgaben spart. Somit benötigen sie beispielsweise verschiedene Arbeitgeber, dürfen nicht weisungsgebunden arbeiten oder einen eigenen Schreibtisch und ganz feste Arbeitszeiten haben.

Ein Modell für Alle?

Freelancer klingt nach Freiheit? Stimmt. Gerade die Abwechslung der Aufgaben und Menschen mit denen man zusammenarbeitet kann oft so herausfordernd sein, dass der Stress durchweg positiv erlebt wird. Bedenken Sie aber auch, dass sie beim Arbeiten auf Honorarbasis für ihre regelmäßigen Steuerzahlungen, ihre Buchhaltung, für ihre Krankenversicherung und auch ihre Altersvorsorge selbst sorgen müssen. Sind sie dafür nicht der Typ, ist das gute alte Anstellungsverhältnis vielleicht doch gar nicht langweilig sondern eher bequem. Alles eine Frage der Sichtweise.

Excite Network Copyright ©1995 - 2013