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Arbeiten in Australien: Selektive Einwanderungspolitik reguliert den Zustrom

Viele Auswanderungswillige träumen von einem Leben in Australien, doch es ist gar nicht so leicht, ein Arbeitsvisum zu bekommen. Wer einfach so auf gut Glück nach 'Down Under' fährt und glaubt, man habe dort auf ihn gewartet, wird vor Ort wahrscheinlich eine schwere Schlappe erleiden.

Obwohl in Australien Fachkräftemangel herrscht, wird die Einwanderungspolitik sehr selektiv gehandhabt. Nur Fachkräfte, die auch tatsächlich gebraucht werden, dürfen einreisen. Die zweite Möglichkeit, um die begehrte 'Eintrittskarte' zu ergattern, ist eine feste Jobzusage: Der Einwanderer muss ein Unternehmen finden, das ihn sponsert. Für viele Berufsgruppen ist es daher nahezu unmöglich, ein Arbeitsvisum in Australien zu bekommen. Erst im Juli kürzte die Einwanderungsbehörde die Liste der Berufe, mit denen Einwanderer ein Arbeitsvisum aufgrund ihrer Qualifikation beantragen können, von über 400 auf 181. Derzeit gefragt ist vor allem medizinisches Personal.

Abgesehen von der Berufsausbildung zählen jedoch auch noch andere Faktoren. Ob eine qualifizierte Fachkraft auch tatsächlich ein Visum bekommt, hängt von weiteren Kategorien wie Alter und Sprachkenntnissen ab. Mit Hilfe eines Punktesystems wird ermittelt, ob ein Bewerber die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Hilfreich ist dabei, wenn die Kandidaten mobil und flexibel sind. Wer sich vorstellen kann, in einer ländlichen Region zu arbeiten, hat bessere Chancen auf ein Arbeitsvisum.

Kritiker bemängeln, dass der Mensch bei diesem Punktesystem auf bloßes Arbeitsmaterial reduziert wird. Doch Australien hält an seiner regulierten Einwanderungspolitik fest, denn durch sie ließe sich die stets schwankende Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern schnellstmöglich und am effektivsten befriedigen. Die Arbeitslosenstatistik gibt der Regierung Recht: In Australien sind lediglich 4,2 Prozent der Bewohner ohne festen Job.

Quelle: zeit.de
Bild: Haydyn Bromley (Flickr)

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