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Arbeiten in Spanien: Befristete Verträge und Saisonarbeit sind die Regel

In Doku-Soaps wie 'Goodbye Deutschland' oder 'Auf und davon' kann man regelmäßig verfolgen, was man alles falsch machen kann, wenn man blauäugig nach Spanien auswandern will. Doch wer gut vorbereitet ist und einige wichtige Regeln beachtet, der hat gute Chancen, im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen nicht nur seine Ferien zu verbringen.

Die besten Aussichten haben flexible Spanienfans, die in der Urlaubssaison befristete Jobs annehmen. Kellner, Köche, Animateure und Reisekaufleute werden auf den spanischen Urlaubsinseln Mallorca, den Kanaren oder Ibiza oft auch dann eingestellt, wenn die Sprachkenntnisse zu wünschen übrig lassen. Ähnlich gute Karten haben Masseure, Psychotherapeuten und Arzthelferinnen, die bei deutschen Ärzten angestellt werden können.

Akademiker und Ingenieure sollten ihr Glück dagegen besser in den großen Städten Spaniens wie Mailand, Barcelona oder Valencia versuchen. Da momentan vor allem die IT-Branche im Aufwind ist, werden entsprechende Fachkräfte mit Kusshand genommen. Weniger gefragt sind dagegen Hochschulabsolventen aus der Wirtschaft und Geisteswissenschaftler. Generell hat man gute Chancen bei mittelständischen Unternehmen, die wirtschaftliche Beziehungen zu deutschen Unternehmen pflegen. Gut zu wissen: Deutsche haben unter bestimmten Voraussetzungen noch drei Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Doch bei aller Euphorie sollte man auch ein paar negative Aspekte bedenken: In Spanien geht es zwar entspannter zu als in Deutschland, dadurch dauert vieles aber auch länger. Zudem sind die Gehälter im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich; die Lebenshaltungskosten in den Großstädten aber dennoch hoch. Die Arbeitszeiten sind höher als in Deutschland: durch die dreistündige Siesta, die in vielen kleineren Firmen eingehalten wird, verlängert sich der Arbeitstag entsprechend in den Abend hinein. Auch Wochenendarbeit ist üblich. Dafür gibt es aber großzügige gesetzliche Urlaubsregelungen und 14 (!) Feiertage.

Die Arbeitslosenquote liegt in Spanien zurzeit bei etwa 11 Prozent. Allzu leicht ist es daher nicht, einen Job zu ergattern. Erst recht keine Festanstellung. Ein Vertrag über ein halbes Jahr, der mit Glück einmal verlängert wird, ist für Berufseinsteiger die Regel. Wer länger als sechs Monate in Spanien bleibt, muss Einkommenssteuer zahlen, wenn er mehr als 20.000 Euro im Jahr verdient.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Lasiesta Hotel (Flickr)

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