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Arbeitsmarkt: Ausländische Fachkräfte können Berufsabschluss bald leichter anerkennen lassen

Die Bundesregierung will zugewanderten Arbeitnehmern künftig den Berufseinstieg erleichtern. Ihre im Ausland erlernten Berufe sollen bald einfacher anerkannt werden. Das Verfahren werde individuell und flexibel von der Teilanerkennung bis zur vollen Anerkennung angewendet, erklärte das Bundesbildungsministerin. Laut Ministerin Annette Schavan(CDU) wird damit erstmals ein gesetzlicher Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren für alle im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse und Qualifikationen geschaffen.

Bisher haben nur EU-Bürger und Spätaussiedler einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ihre Abschlüsse anerkannt werden. Jedoch gilt das auch nicht für alle Berufsgruppen. Da Bildung Ländersache ist, unterscheiden sich die Regelungen in allen 16 Bundesländern. Das soll nun geändert werden, da Deutschland in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein wird. Daher könne es laut Schavan nicht sein, dass viele Fachkräfte nicht in ihrem Beruf arbeiten könnten, nur weil sie ihren Abschluss im Ausland gemacht hätten. Das Ministerium will jedoch sicherstellen, dass es durch die Anerkennungsverfahren nicht zu einer Entwertung deutscher Berufsabschlüsse kommt.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU) sieht in dem Beschluss für alle einen Gewinn: Die zugewanderten Akademiker und Fachkräfte müssten nicht länger unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten, und deutsche Unternehmen profitierten von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Migranten. Böhmer forderte Bund und Länder auf, im nächsten Jahr zügig eine gesetzliche Regelung auf den Weg zu bringen. Eine Ressourcenverschwendung könne sich die Bundesrepublik nicht länger leisten.

Quelle: focus.de
Bild: Nate Grigg (Flickr)

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