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Arbeitsplatzabbau in der Landwirtschaft: Bauer sucht Job

Der Verlust an landwirtschaftlichen Arbeitsplätzen in Europa ist nicht zu bremsen. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor um fast ein Viertel. Das entspricht nach Angaben des Statistikamts Eurostat einem Rückgang von 3,7 Millionen Vollzeitstellen.

Auch die deutschen Bauern können sich nicht von diesem Abwärtstrend abkoppeln. In der Bundesrepublik musste ein Arbeitsplatzabbau von fast 22 Prozent auf 536.000 Jobs verzeichnet werden. In den 27 Mitgliedstaaten der EU gab es 2009 noch rund 11,2 Millionen Vollzeitjobs in der Landwirtschaft. Das vergangene Jahr war für europäische Bauern insgesamt sehr schwierig, denn die Einkommen fielen im Vorjahresvergleich um annährend 12 Prozent. Deutschlands Landwirte waren besonders stark betroffen. Sie mussten ein Minus von 21 Prozent hinnehmen! Umso wichtiger sind für sie daher die EU-Agrarbeihilfen.

Doch der zuständige Agrarkommissar, Dacian Ciolos, erklärte gerade erst, dass die Agrarpolitik künftig noch effizienter gestaltet und der landwirtschaftliche Sektor noch nachhaltiger und wettbewerbsfähiger werden müsse. Daher wird der Arbeitsplatzabbau vermutlich noch weiter fortschreiten, ehe sich die Situation irgendwann wieder stabilisiert.

Nach Auskunft des Agrardachverbands Copa-Cogeca erreichten Europas Bauern im Schnitt nur die Hälfte der durchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Verdienste. Hauptursache für den Einkommenssturz sei die Abnahme des Werts an landwirtschaftlichen Erzeugnissen: Seit 2003 stünden jährliche Verringerungen der EU-Agrarpreise um 2,1 Prozent Steigerungen der Verbraucherpreise um 2,5 Prozent gegenüber. Wenn sich die Marktlage nicht deutlich verbessere, müssten noch mehr Landwirte ihre Tätigkeit aufgeben und die ländlichen Gebiete verlassen.

Quelle: focus.de
Bild: twicepix (Flickr)

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