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Arbeitsrecht: Hierfür gibt es Sonderurlaub

Die Urlaubszeiten von Arbeitnehmern sind vertraglich klar geregelt. Doch es gibt Ausnahmesituationen. Bei bestimmten Anlässen haben Angestellte das Recht, einen oder mehrere Tage Sonderurlaub zu bekommen. Gesetzlich ist das zwar in vielen Fällen nicht klar geregelt. Aber der Chef kommt nicht immer darum herum, seine Mitarbeiter freizustellen.

    Jana Saskia Heyk / Twitter

Das sagt das Gesetz

Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) behandelt das Recht auf Sonderurlaub. Allerdings wird es dort sehr schwammig formuliert. Für eine "verhältnismäßig nicht unerhebliche Zeit" muss der Arbeitgeber seinen Angestellten unter Fortzahlung des vollen Gehalts freistellen, wenn dieser "in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird". Das können ganz unterschiedliche Gründe sein.

Heiraten

Wer eine Hochzeit plant, der hat auf jeden Fall Anrecht auf Sonderurlaub. Ein Tag ist üblich und das gilt auch für eine eventuelle zweite Hochzeit, oder noch weitere Trauungen. "Wenn es in der Firma üblich ist oder der Chef im Arbeitsvertrag zusichert, den Mitarbeitern zur Hochzeit einen freien Tag zu spendieren, ist es unerheblich, wie oft jene bereits den Bund fürs Leben geschlossen haben", sagt ein Fachanwalt zu diesem Thema. Allerdings gilt dies nicht, wenn während des normalen Urlaubs geheiratet oder dafür extra nach Las Vegas geflogen wird.

Trauerfall oder Krankheiten

Wenn ein Arbeitnehmer de Verlust eines nahen Angehörigen betrauert, dann hat er Anrecht auf drei freie Arbeitstage. Auch ein krankes Kind ist ein Grund, Sonderurlaub bekommen zu können. Es muss sich um das Kind gekümmert werden. Allerdings kann der Arbeitgeber dann darauf bestehen, dass es unbezahlter Urlaub. Den Lohn bekommt der Angestellte dann von seiner Krankenkasse.

Ein Umzug

Wer umzieht, der hat nicht automatisch Recht auf freie Tage. Wenn dies innerhalb der gleichen Stadt geschieht und mit der Arbeit nichts zu tun hat, muss der Umzug in der Freizeit geregelt werden. Wird man allerdings versetzt und tritt eine Stelle in einer anderen Stadt bei der gleichen Firma an, dann muss Sonderurlaub gewährt werden. Dieser Umzug ist dann nicht freiwillig, sondern gehört zur neuen Aufgabe. Der Angestellte hat darauf also keinen Einfluss. Das gleiche gilt, falls er als Zeuge vor Gericht gerufen wird. Da er nichts dafür kann, muss es Sonderurlaub geben. Das gilt allerdings nicht für den Fall, dass er selbst ein Gerichtsverfahren anstrengt.

Jobs mit viel Urlaub

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