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Arbeitsrecht: Kiffen ist Kündigungsgrund

Wer gerne mal zum Joint greift, riskiert seinen Job. Das hat nun ein Gericht in Berlin entschiedem. Im Arbeitsrecht kann kiffen also als Kündigungsgrund herangezogen werden. Dabei muss man nicht zwangsläufig während der Arbeit zu Cannabisprodukten greifen. Allerdings muss für eine Kündigung dann schon nachgewiesen, dass das Gras rauchen großen Einfluss auf die Arbeit hat.

Wer zum Sicherheitsrisiko wird, fliegt

Eigentlich war es bisher immer so, dass ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit machen kann, was er möchte, der Arbeitgeber hat keine Handhabe, ihn deswegen zu kündigen, wenn er nichts illegales treibt. Kiffen war also eine Angestellten in seiner arbeitsfreien Zeit durchaus möglich. Durch ein Urteil des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg kann sich dies nun komplett ändern. Im Arbeitsrecht ist kiffen nun Kündigungsgrund.

Wenn man an seinem Arbeitsplatz mit einem Joint im Mund erwischt wird, dann zieht dies die Entlassung nach sich. Aber nun wurde auch einem Gleisbauer die fristlose Kündigung ausgesprochen, weil dieser während seiner freien Tage am Wochenende gerne mal zum Joint greift, wie der SPIEGEL nun berichtet. Der Angestellte gab dies zu, als der Betriebsarzt ein Drogenscreening durchführte. Dabei stellte er erhöhte Werte für Cannabis fest.

Daraufhin wurde dem Mann von seinem Arbeitgeber gekündigt. Der Gleisbauer klagte gegen die Kündigung. Und er bekam auch recht. Allerdings nur, weil die Kündigung formal nicht korrekt war. Der Arbeitgeber hatte den Betriebsrat nicht in seine Entscheidung mit einbezogen, sondern die Kündigung im Alleingang ausgesprochen.

Den Job verloren hat der Gleisbauer aber trotzdem. Denn die Richter wies daraufhin, dass der Beschuldigte durch den Genuss von Cannabis zu einem Sicherheitsrisiko für den Verkehrsbetrieb werde. Als Gleisbauer sei er dafür verantwortlich, dass alle Arbeiten korrekt durchgeführt werden.

Kiffer müssten nicht weiter beschäftigt werden

Der Gleisbau sei ein sicherheitsrelevanter Bereich und deswegen müssten alle, die dort arbeiten, mit geschärften Sinnen an die Arbeit gehen. Weil aber Cannabiskonsum dies nicht sicherstelle, müsse der Verkehrsbetrieb den Gleisbauer nicht weiter beschäftigen. Dies wäre dann eine einschneidende Änderung im Arbeitsrecht, dass kiffen ab sofort ein Grund für eine Entlassung ist.

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