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Arbeitsunfähigkeit: Die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer im Überblick

Arbeitsunfähigkeit ist nicht gleich Arbeitsunfähigkeit. Zwar gilt prinzipiell derjenige als nicht beschäftigungsfähig, der aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht seine arbeitsvertraglich geregelte Tätigkeit ausüben kann.

Diese Definition impliziert aber schon, dass es auf den Beruf ankommt, ob jemand arbeitsunfähig ist oder nicht. Eine Sekretärin beispielsweise kann durchaus mit einem Gipsfuß ihre Bürotätigkeiten erledigen, während ein Briefträger seinen Job dagegen nicht ausüben kann.

Das heißt nun aber nicht, der arbeitsunfähige Briefträger aber zu Hause oder im Bett bleiben muss. Er darf tun, was er möchte, solange nichts darunter fällt, was seiner Genesung im Weg stehen würde. Verboten wäre demnach z.B. schwere körperliche Gartenarbeit bei einem Rückenleiden sein.

Zu den häufigsten Ursachen einer Arbeitsunfähigkeit zählen Rückenschmerzen, Infektionen der Atemwege, psychische Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Bandscheibenvorfälle, Schulter- und Kniegelenksverletzungen sowie Sehnen- und Gelenksschmerzen.

Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber die Erkrankung oder einen Arzttermin sofort am ersten Krankheitstag möglichst bereits zu Arbeitsbeginn melden. Die Krankmeldung kann entweder per Telefon, Fax, SMS, E-Mail oder durch Familienangehörige oder Arbeitskollegen übermittelt werden. Eine Mitteilung auf dem Postweg würde dagegen zu lange dauern. Wer es versäumt, sich rechtzeitig krank zu melden, riskiert eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall eine verhaltensbedingte Kündigung.

Dauert die Erkrankung länger als drei Tage an, muss dem Arbeitgeber spätestens am 4. Tag eine vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit der voraussichtlichen Dauer der Erkrankung vorlegen. Die Art der Erkrankung muss dabei nicht genannt werden. Ausnahme: Es besteht Ansteckungsgefahr.

Ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer hat grundsätzlich bis zu sechs Wochen lang Anspruch auf Entgeltfortzahlung in voller Höhe. Die Krankheitstage dürfen nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden – auch dann nicht, wenn die Arbeitsunfähigkeit während seines Urlaubs entsteht.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Perfecto Insecto (Flickr)

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