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Arbeitsunfall: Sozialgericht entscheidet gegen Berufsgenossenschaft

Ein Arbeitsunfall passiert schnell, egal, ob man im Handwerk oder im Büro tätig ist. In so einem Falle greift die Versicherung, die in der Regel bei einer Berufsgenossenschaft abgeschlossen wurde. Doch was ist, wenn ein Unfall zu Hause passiert. In einem Fall klagte ein Berufstätiger gegen die Berufsgenossenschaftsversicherung und bekam Recht.

Privathaus oder Gewerberäumlichkeiten?

Die Hintergründe zu dem Arbeitsunfall sind verwirrend: Der 58-jährige Berufstätige brach sich sein Schienbein zu Hause. Dort befindet sich seine Kfz-Werkstatt sowie auch sein Taxi- und Mietwagenunternehmen. Gleichzeitig vertreibt er in diesen Räumlichkeiten Kfz-Zubehör.

Die Werkstatt befindet sich im Erdgeschoss. Dadrüber liegt das Büro sowie auch die Wohnung des Beinbrüchigen. Die Berufsgenossenschaft wollte diesen Unfall nicht als einen Arbeitsunfall bewerten, da in den dem Privathaus des Kranken stattfand.

Das Sozialgericht Heilbronn entschied allerdings für den Berufstätigen, der gegen die Berufsgenossenschaft klagte. Die Entscheidung für den Beinbrüchigen fiel positiv aus, weil das Sozialgericht feststellte, dass der Mann in seinem Privathaus beruflich unterwegs war.

Bedeutend ist das Urteil, denn es besagt, dass die Funktion, in der eine Person in ihrem Haus unterwegs ist, maßgebend ist dafür, ob ein Unfall als Arbeitsunfall eingestuft wird oder nicht. Dann kann die Berufsgenossenschaft zur Kasse gebeten werden.

Der Verletzte arbeitet wie gewohnt in seiner Werkstatt. Zum Nachmittag hin holte er die Post und wollte diese von seiner Frau in seinem Büro bearbeiten lassen. Auf dem Weg zum Büro übersah er eine Stufe und brach sich dabei das Schienbein.

Die Verletzung erforderte mehre Operationen. Für diese Kosten wollte die Versicherung der Berufsgenossenschaft nicht aufkommen, weil sie damit argumentierte, dass der Mann seine Arbeit in der Werkstatt schon beendet hatte.

Positiver Ausgang für den Verletzen

Das Sozialgericht entschied jedoch für den Verletzten und stufte den Vorfall als Arbeitsunfall ein. Die Treppe ist der einzige Zugang zum Büro des Unternehmers. Die Treppe wird regelmäßig vom Unternehmen sowie auch den Mitarbeitern benutzt und gehört somit zu den Geschäftsräumen, auch wenn sie sich im Privathaus des Unternehmers befindet.

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