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Ausbildung: Krank in der Probezeit - ist eine Kündigung möglich?

Wenn man in der Probezeit der Ausbildung krank wird - ist dann eine Kündigung möglich? Der Arbeitsmarkt ist hart umkämpft und es ist nicht so einfach, heutzutage einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Wer eine Stelle bekommt, muss die Probezeit bestehen. Doch was passiert, wenn man krank wird und nicht zur Arbeit erscheinen kann? In dieser Zeit ist der Auszubildende leider nicht geschützt!

    Claus Rebler / Flickr

Krank in der Probezeit: Fristlose Kündigung möglich

Es ist eine Kündigung bei Krankheit in der Probezeit der Ausbildung möglich, und zwar ohne Kündigungsfrist und ohne Nennung eines Kündigungsgrundes. Das ist im Berufsbildungsgesetz § 22 mit der Überschrift Kündigung' so festgeschrieben.

Somit ist der Azubi in der Probezeit kündbar und hat kein Recht, gegen den Arbeitgeber zu klagen. Ob der Grund der Kündigung die Krankheit war oder nicht, sollte der Auszubildende im Gespräch klären.

Vorbildliche Ausbildungsstätten kündigen ihre Azubis nicht wegen Fehltagen durch Krankheit, auch, wenn diese in der Probezeit der Ausbildung liegen. Aber sie haben das Recht, die Probezeit zu verlängern, wenn der Auszubildende mehr als ein Drittel der Probezeit wegen Krankheit ausfällt. Das muss jedoch im Vertrag des Auszubildenden dokumentiert sein.

Der Auszubildende sollte sich im Krankheitsfall die Arbeitsunfähigkeit durch ein Attest vom Arzt bescheinigen lassen, um beweisen zu können, dass eine Krankheit vorliegt und nicht 'blau gemacht wird'. Das ist allerdings keine Garantie, dass der Arbeitgeber von einer Kündigung absieht. Kommt es zu einer Kündigung in der Probezeit aufgrund der Krankheit, sollte der Auszubildende das Gespräch mit dem Chef suchen, um die genauen Hintergründe der Kündigung zu erfragen.

Wenn der Azubi wegen Krankheit gekündigt wurde und der Ausbildungsbetrieb einen Betriebsrat hat, sollte dieser unbedingt aufsuchen werden und von dem Vorfall erfahren. Eventuell kann dieses Gremium bewirken, dass von einer Kündigung abgesehen wird.

Kündigung in der Ausbildung - wie geht es weiter?

Wenn eine Kündigung in der Probezeit der Ausbildung vorliegt, sollte der Auszubildende weiterhin die Berufsschule besuchen und mit Hilfe der IHK versuchen, so schnell wie möglich eine neue Stelle zu finden. Dafür ist ein Zeugnis vom alten Ausbildungsbetrieb hilfreich und sollte unbedingt angefordert werden. Laut Ausbildungsrecht steht dem Azubi dieses Dokument zu.

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