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Ausbildung: Viele Azubis werfen bei Problemen zu schnell das Handtuch

Frühes Aufstehen, ein mürrischer Chef, ungeliebte Aufgaben, körperliche Anstrengungen - der Frust kommt bei vielen Azubis schneller als erwartet. Oft zeigt sich schon wenige Wochen nach Ausbildungsbeginn, dass die Realität wenig mit den Erwartungen zu tun hat. Die Freude über die ergatterte Lehrstelle ist dann schnell dahin und endet für viele mit einer Bruchlandung: Mehr als jeder fünfte Azubi bricht seine Lehre nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ab.

Fast die Hälfte der Abbrecher gab in einer TNS-Emnid-Umfrage an, dass sie häufig Arbeiten verrichten mussten, die mit der Ausbildung eigentlich nichts zu tun hatten. Natürlich ist es frustrierend, wenn man als Lehrling nur den Hof fegen und Kaffee kochen darf, dennoch sollte man nicht gleich bei den ersten Problemen und Konflikten das Handtuch zu werfen.

Wer einen Ausbildungsplatz bekommen hat, sollte mit diesem hohen Gut nicht leichtfertig umgehen. Vielmehr gehört es zum Reifeprozess, mit seinen Vorgesetzten frühzeitig Probleme zu klären und offen über den als enttäuschend empfundenen Start zu reden. Denn jeder Lehrling hat das Recht, dass für ihn ein Ausbildungsplan aufgestellt und auch eingehalten wird, damit der Lerneffekt nicht ausbleibt. Gerade in kleinen Betrieben müssen Azubis ihren Chef aber manchmal ein bisschen zur Einhaltung des Ausbildungsplans drängen.

Wenn sich die Situation auch danach nicht ändert, sollte man vor einer Kündigung zunächst zweigleisig fahren und seine Ausbildung fortsetzen, gleichzeitig jedoch die Augen nach einer besseren Lehrstelle offen halten. Vorher muss genau überlegt werden, ob nur der Betrieb der falsche ist oder auch der eingeschlagene Berufsweg. Denn wer grundsätzlich mit seiner Berufswahl unzufrieden ist, wird im nächsten Betrieb auch nicht zufriedener sein.

Damit es erst gar nicht zu einer solchen Fehlentscheidung kommt, raten Experten dringend dazu, dass sich angehende Lehrlinge vorab gründlich über ihren Beruf informieren. Das entscheidende Problem ist oft, dass Auszubildende völlig falsche Vorstellungen von einem Beruf haben. Entscheidend ist daher, die Berufswelt schon vor Beginn einer Lehre durch diverse Praktika kennen zu lernen.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Fiver Löcker (Flickr)

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