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Bachelor-Studiengänge: Für Schlaue viel zu oberflächlich

Die Einführung der Bachelor-Studiengänge im Zuge der Bologna-Reform hat sich vor allem für hochbegabte Studenten als große Belastung erwiesen. Immer mehr kreative und besonders gute Studenten gehen nach Beobachtungen des Studentenwerks Thüringen zur psychosozialen Beratung.

Ursache für diesen Schritt ist meist der Mangel an Freiräumen und eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Was gut für den Durchschnitt ist, der gerne klare Vorgaben hat, ist für hochbegabte Studenten demotivierend. Während sie sich früher über einen längeren Zeitraum intensiv mit einem Thema beschäftigen konnten, ist das heute angesichts der vielen Prüfungen im Bachelor-Studium fast nicht mehr möglich. Die Studieninhalte werden oft nur angerissen und oberflächlich behandelt. Wer in die Tiefe gehen will, hat das Nachsehen, denn für solche Extra-Leistungen gibt es im Bachelor-Studium keine Zeit mehr. Die Studenten müssen vielmehr ständig für Prüfungen lernen.

Das hat Folgen. Die sechs Mitarbeiter der psychosozialen Beratung in Thüringen haben eine deutlich veränderte Klientel festgestellt. Immer häufiger kommen Studierende mit einem Abitur-Notenschnitt von 1,0 zur Beratung, weil sie mit den Studieninhalten unzufrieden sind. Auffällig ist auch, dass die Studenten immer früher zur Beratung kommen. Damals konnten sie die ersten wirklich wichtigen Prüfungen lange aufschieben, doch inzwischen stehen an vielen Universitäten schon im ersten Semester wichtige Prüfungen an. Zeit zum Eingewöhnen bleibt da kaum noch.

Permanenter Leistungsdruck und Prüfungsängste verleiden vielen Uni-Einsteigern die Anfangszeit. Doch zum Glück wissen die Berater des Studentenwerks, wie sie den Studenten effektives Lernen beibringen können. Denn das haben sie in der Schule meist nicht vermittelt bekommen.

Quelle: n-tv.de
Bild: miguelb (Flickr)

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