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Bagatelldelikt oder Kündigungsgrund: Wenn Kleinigkeiten zur Kündigung führen

Auch Kleinigkeiten können Grund zur Kündigung sein. Wer sich unerlaubterweise am Firmenbüfett bedient, Pfandbons stiehlt, oder private Post mit Firmenbriefmarken versieht, muss mit der fristlosen Kündigung rechnen.

Diebstahl gilt auch dann als Kündigungsgrund, wenn der Schadensbetrag relativ gering ist. 'Es kommt in solchen Fällen nicht auf die Höhe des Schadens an', begründet der Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer. Vielmehr sei der Vertrauensverlust entscheidend. 'Es ist daher grundsätzlich unerheblich, ob es um 50 Cent oder 500 Euro geht.'

Der Diebstahl von Kleinigkeiten gilt in den meisten Fällen als Grund für eine fristlose Kündigung. Da es sich hier um eine Straftat handelt, ist nicht mal eine Abmahnung erforderlich, denn der Arbeitnehmer kann keinesfalls davon ausgehen, dass sein Arbeitgeber die Tat duldet, auch wenn es sich um eine Bagatelle handelt. Das Herunterspielen der Tat macht es letztlich für den Arbeitnehmer nur noch schlimmer. Auch die fälschliche Beteuerung der eigenen Unschuld oder gar die Beschuldigung von Kollegen, helfen auf keinen Fall weiter. 'Lügen macht den Vertrauensverlust noch schlimmer', erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert.

Wer beim Diebstahl von Kleinigkeiten erwischt wurde, sollte daher besser nicht versuchen, sich rauszureden. Stattdessen sollten sie das Vergehen zugeben und sich entschuldigen. 'Einem reuigen Sünder wird in derartigen Fällen eher vergeben', so Bauer. Die beste Möglichkeit um zu verhindern, dass Kleinigkeiten Grund zur Kündigung werden, ist es allerdings, sich gar nicht erst am Firmeneigentum zu bereichern - denn auch wenn es sich um Kleinigkeiten handelt, so ist es doch Diebstahl. Und Diebstahl ist und bleibt ein Kündigungsgrund.

Quelle: n-tv.de, management-praxis.de
Bild: S. Hofschlaeger, pauline (Pixelio)

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