Excite

Befristete Arbeitsverträge: Ausnahme wird zur Regel

Während man früher häufig bis zur Rente im gleichen Unternehmen gearbeitet hat, ist heute fast jeder zweite Arbeitsvertrag zeitlich befristet. Doch die meisten Arbeitnehmer sind mit dieser Befristung nicht glücklich, denn die Unsicherheit zehrt an den Nerven: Nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung fühlt sich mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit einem zeitlich begrenzten Vertrag psychisch unter Druck gesetzt.

Eigentlich unbefristete Arbeitsverhältnisse im Teilzeit- und Befristungsgesetz als Regelfall verankert. Für befristete Verträge sieht der Gesetzgeber strengere Regeln vor. Das gilt vor allem dann, wenn Jobs mehrfach verlängert werden und die Zusammenarbeit ohne Grund auf Zeit erfolgt. Doch trotz aller gesetzlichen Vorgaben wird der vermeintliche Regelfall immer seltener. Während im Jahr 2001 nur etwa 32 Prozent der Neueinstellungen befristet waren, wurde 2006 schon fast jeder zweite neue Vertrag auf Zeit geschlossen. In Zeiten der Wirtschaftkrise wird ein weiterer Anstieg der befristeten Arbeitsverhältnisse erwartet. Und das nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die schwarz-gelbe Koalition vorgenommen hat, die Regeln für Befristungen zu lockern.

Für Betroffene ist es daher gut zu wissen, dass viele Befristungen rechtlich unwirksam sind. Grundsätzlich ist ein zeitlich begrenzter Arbeitsvertrag nur dann wirksam, wenn er den Formvorschriften entspricht. Ein befristeter Arbeitsvertrag darf niemals mündlich zustande kommen, sondern bedarf immer der Schriftform. Außerdem darf eine Befristung nicht rückwirkend erfolgen. Gerichte erklären solche Verträge zudem häufig für unwirksam, weil sie der Arbeitgeber nicht schlüssig begründet hat. Neben Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretungen können Arbeitgeber viele Gründe für die Befristung anführen. Häufige Motive sind, dass die Arbeitskraft im Betrieb nur saisonal oder für ein bestimmtes Projekt gebraucht wird.

Quelle: focus.de
Bild: Harry (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017