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Befristete Arbeitsverträge: Was Arbeitnehmer wissen sollten

Befristete Arbeitsverträge werden hierzulande immer häufiger. Obwohl die deutsche Wirtschaft wieder stark wächst, wollen viele Arbeitgeber nach wie vor, nicht von der Praxis abrücken, Mitarbeiter nur befristet einzustellen. Die Befürchtung, der Aufschwung werde nicht lange andauern, spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Bestreben, bei der Personalplanung so viel Freiraum wie nur möglich zu behalten.

Für Arbeitnehmer bringt diese Situation eine große Unsicherheit mit sich. Befristete Arbeitsverträge bedeuten auch, dass man nicht weiß, wie es nach dem Ende der Vertragslaufzeit weitergeht. Um eine Weiteranstellung zu ermöglichen, müssen sich befristet Angestellte häufig viel mehr anstrengen als Mitarbeiter mit unbefristetem Vertrag.

So gesehen bringen befristete Arbeitsverträge Arbeitnehmer in eine schwierige Situation. Um in einem solchen Fall nicht ganz schutzlos zu sein, tut man gut daran, die wichtigsten rechtliche Regelungen zu kennen. Zunächst einmal gilt hier, dass befristete Arbeitsverträge bei ein und demselben Unternehmen nur dann erlaubt sind, wenn zwischen den zwei befristeten Beschäftigungen mindestens drei Jahre liegen.

Die Gesamtlaufzeit der befristeten Arbeitsverträge darf zwei Jahre nicht überschreiten, bei höherer Dauer muss ein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen werden. Innerhalb einer befristeten Beschäftigung von zwei Jahren darf der Arbeitgeber dreimal verlängern. Das heißt, dass es prinzipiell möglich ist, jeweils eine befristete Beschäftigung von einem halben Jahr zu haben, die dreimal um ein weiteres halbes Jahr verlängert wird.

Beim Kündigungsschutz und bei der Behandlung gelten bei Arbeitnehmern, die befristete Arbeitsverträge haben, gleiche Rechte wie für unbefristet Beschäftigte. Eine Sonderbehandlung ist grundsätzlich nicht zulässig und nur in besonderen Fällen mit einer gesonderten Begründung möglich. Alles in allem gilt, dass auch befristete Arbeitsverträge den Arbeitnehmern durchaus Möglichkeit geben, sich gegen Arbeitgeberwillkür zu wehren.

Quelle: focus.de

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