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Befristung von Arbeitsverträgen: Befristungsverbot gelockert

Die Befristung von Arbeitsverträgen ist in letzter Zeit zu einem wichtigen Thema im arbeitsrechtlichen Bereich geworden. Das liegt vor allem daran, dass seit einigen Jahren die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse hierzulande deutlich zugenommen hat. Während es früher vor allem unbefristete Arbeitsverträge gab, hat sich die Situation mittlerweile zugunsten der zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse verlagert.

Für Arbeitnehmer birgt diese Situation freilich eine gewisse Unsicherheit. Unter anderem besteht die Gefahr, von einem befristeten Job in den anderen zu rutschen, ohne jemals eine feste und dauerhafte Anstellung zu bekommen. Deswegen hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei der Befristung von Arbeitsverträgen bestimmte Regeln zu befolgen sind.

Eine sachbegründete Befristung von Arbeitsverträgen ist praktisch ohne Einschränkung erlaubt und beliebig oft wiederholbar. Dies gilt beispielsweise bei Elternzeitvertretung, projektbezogenen Jobs und Probezeit. Wenn es jedoch keine Sachbegründung für die Befristung von Arbeitsverträgen gibt, ist die Situation anders gelagert.

Zum einen gilt dann, dass das befristete Arbeitsverhältnis mindestens zwei Jahre lang sein muss. Zum anderen war es bisher so, dass ein Unternehmen einen Arbeitnehmer nur dann ohne Sachbegründung befristet einstellen durfte, wenn dieser bisher noch nie einen Arbeitsvertrag mit diesem Unternehmen hatte.

Somit sollte verhindert werden, dass es zu unendlichen Ketten von befristeten Arbeitsverhältnissen kommt, bei denen die Arbeitnehmer großer Unsicherheit ausgesetzt sind. So sinnvoll dieser Grundsatz erscheint, so unflexibel hat er sich aber in der Praxis erwiesen. Für manche Unternehmen aber auch für interessierte Arbeitnehmer war die Handlungsfreiheit gewissermaßen eingeschränkt.

Seit kurzem wurde diese Regelung aber etwas gelockert. In einem Urteil hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden, dass ein Unternehmen einen Arbeitnehmer wieder befristet einstellen darf, wenn seit dem letzten befristeten Arbeitsvertrag mit diesem Arbeitnehmer mindestens drei Jahre vergangen sind. Somit werden also sowohl Befristungsketten verhindert als auch Flexibilität bei der Befristung von Arbeitsverträgen gewahrt.

Quelle: karriere-journal.monster.de
Bild: svensonsan (Flickr)

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