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Bei Aussetzung der Wehrpflicht droht Mangel an Studienplätzen

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) plant eine grundlegende Reform der Bundeswehr. Die dabei vorgesehene Aussetzung der Wehrpflicht sorgt für heftige Diskussionen und würde weitreichende Auswirkungen in verschiedenen Teilen der Gesellschaft mit sich bringen.

Zum Beispiel würden die Hochschulen bei einer Aussetzung der Wehrpflicht vor Schwierigkeiten stehen. Wenn junge Männer nach dem Abitur direkt mit dem Studium oder der Ausbildung beginnen können, statt zuerst ihren Wehrdienst oder Zivildienst leisten zu müssen, könnte das zu einem deutlichen Mangel an Studienplätzen führen.

Für die Hochschulen wäre der Zeitpunkt für eine Aussetzung der Wehrpflicht äußerst ungünstig, denn die Verkürzung der Gymnasialzeit sorgt sowieso dafür, dass zwischen 2011 und 2014 in acht Bundesländern doppelte Abiturjahrgänge an die Hochschulen strömen. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht käme noch ein weiterer Schub an Studienanfängern dazu.

'Wir haben ohnehin einen Studienanfängerberg und setzen nun womöglich noch eine Spitze obendrauf', beschreibt Ulrich Meyer zu Hörste aus der Hamburger Wissenschaftsbehörde die Situation. Im Falle einer Aussetzung der Wehrpflicht, würden vermutlich zusätzlich knapp 60.000 junge Männer früher als gedacht an die Hochschulen strömen. Ein Mangel an Studienplätzen und ein verschärfter Numerus Clausus wären die Folgen.

Damit die Aussetzung der Wehrpflicht nicht zu Schwierigkeiten an den Hochschulen führt, rät der Hochschulberater und Geschäftsführer von CHE Consult Christian Berthold dazu, die Wehrpflicht erst dann auszusetzen, wenn die doppelten Abiturjahrgänge an den Hochschulen integriert sind: 'Wenn man eine politische Botschaft formulieren wollte, müsste man sagen: Schafft die Wehrpflicht nicht vor 2014 ab, wartet lieber noch drei, vier Jahre.'

Quelle: spiegel.de, focus.de
Bild: Fabio Venni (Flickr)

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