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Beruf Golfballtaucher: Profitieren vom Missgeschick anderer

In der Hitliste der kuriosesten Berufe gehört der Golfballtaucher zweifellos zu den Top 10! Sein Einsatzgebiet sind die Wassergräben auf Golfplätzen, seine Einnahmequellen die darin versenkten Bälle.

Ein paarmal im Jahr tauchen selbstständige Golfballtaucher wie Sascha Kruse auf den Grund der Tümpel und Seen und holen hervor, was glücklos agierende Golfer unfreiwillig hinein befördert haben. In seinem Shop bietet Kruse die eingesammelten Bälle dann wieder zum Verkauf an. Man kann also sagen, dass er vom Missgeschick anderer profitiert, denn jeder abgesoffene Ball bedeutet für ihn bare Münze.

Kruse ist auf 25 Golfplätzen im norddeutschen Raum unterwegs. Pro Tauchgang liegt seine Ausbeute meist zwischen 1.000 und 1.500 Bällen – an lediglich einem einzigen Wasserhindernis! Pro Graben dauert ein Einsatz daher locker zwei bis drei Stunden. Meist tauchen Golfballjäger frühmorgens ab, um die Sportler nicht zu stören. Anschließend werden die Bälle gereinigt, sortiert und in drei Kategorien von 'neuwertig' bis 'dritte Wahl' eingeteilt. Der Grad der Verfärbungen und Abnutzung reduziert den Preis. Je nach Qualität und Zustand kostet ein Ball in Kruses Shop zwischen 25 Cent und 1,40 Euro. Ein neuer Ball kostet etwa vier Euro. Daher sind die Second-Hand-Bälle besonders bei Anfängern sehr beliebt, da sie viele Bälle verspielen.

Kruse hat für seinen Job als Golfballtaucher einen Gewerbeschein. Das Geschäft läuft so gut, dass er im Jahr 2007 eine Festanstellung kündigte, um sich auf das Sammeln der Golfbälle zu konzentrieren. Eine klassische Ausbildung gibt es für diesen Job nicht. Allerdings ist als Voraussetzung zumindest eine Tauchausbildung ratsam. In Deutschland gibt es bereits mehrere Golfballtaucher. Die meisten von ihnen üben den Job allerdings nur nebenberuflich aus.

Quelle: zeit.de
Bild: Zach Heller Photography (Flickr)

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