Excite

Berufsbild Game Developer: Mit zwanglosem Daddeln hat dieser komplexe Beruf nichts zu tun

Der Bedarf an Spielesoftware und Onlinespielen ist riesig. In diesem Jahr geben deutsche PC-Freaks laut einer Studie von Pricewaterhouse Coopers voraussichtlich 2,1 Milliarden Euro für ihre Dadddel-Leidenschaft aus.

Dieser boomende Markt muss natürlich mit immer neuen Spielen oder weiterentwickelter Versionen bereits bekannter Spiele bedient werden. Und da kommen die Spiele-Entwickler ins Spiel. Sie tun das, wovon vermutlich alle Computer-Nerdsdieser Welt träumen: Pausenlos spielen und dabei Geld verdienen. So zumindest sehen die landläufigen Meinungen über 'Game Developer' aus. Doch mit zwanglosem Daddeln hat ihr Beruf nichts zu tun.

Ihre Tätigkeit ist wesentlich umfangreicher, verlangt sie doch vom Entwerfen der Spielegeschichten über das Programmieren bis hin zum Erstellen von dreidimensionalen Animationen richtig professionelles Know How. Solche Fertigkeiten kann man sich wegen der zunehmenden Komplexität der Spiele kaum noch autodidaktisch aneignen. Daher gibt es inzwischen an einigen Hochschulen und privaten Bildungseinrichtungen Spezialausbildungen, für die man jedoch tief in die Tasche greifen muss. Ein privater Ausbilder ist beispielsweise das QANTM-Institut mit Standorten in Berlin und München. Die Tochterfirma des SAE- Instituts ist eine der weltweit größten Bildungsstätten im Bereich Multimedia. In ihrem 'Interactive Entertainment Programme' können Studenten zwischen dem eher kreativen Game Designer und dem technischen Game Entwickler wählen. Der Schwerpunkt liegt auf praktischen Übungen wie der Bildbearbeitung und Charakterentwicklung.

Wer es schafft, das zwölfmonatiges Vollzeitstudium für rund 11.000 Euro durchzuziehen, erhält ein Diplom. Wer dann noch liquide ist und Lust hat, kann für weitere 6.000 Euro einen Bachelor draufsetzen, seine Ausbildung um betriebswirtschaftliche Grundlagen und gesellschaftspolitische Ansätze zu ergänzen. Die SRH Hochschule Heidelberg bietet einen Abschluss zum Bachelor of Science Informatik mit Schwerpunkt Game Development. In der dreijährigen Jahre Regelstudienzeit muss jeden Monat eine Gebühr von 520 Euro gezahlt werden. Auch hier wird Wert auf Praxis gelegt: So gibt es Programmier-Battles, bei denen Gruppen gegeneinander antreten und den Code der anderen entschlüsseln müssen. Auch Motion Capturing wird gelehrt, d.h. die Aufzeichnung menschlicher Bewegungen und die Umwandlung in für Computer lesbare Formate, mit denen den 3-D-Wesen Leben eingehaucht werden kann.

Wer Game Developer werden will, sollte neben Interesse an Computerspielen vor allem Kreativität, dreidimensionales Vorstellungsvermögen und ein Faible für Freihandzeichnen mitbringen. Eine Affinität zur Mathematik, gute Englischkenntnisse und eine Menge Motivation sind ebenfalls wichtig. Rund 70 Prozent der Absolventen sind selbstständig oder feste Freie in kleineren Software-Unternehmen. Die Einstiegsgehälter liegen zwischen 35.000 und 45.000 Euro.

Quelle: n-tv.de
Bild: Juan Pablo Olmo (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017