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Berufsbild Kaffeetester: Ein feines Näschen für gute Bohnen

Kaffee ist das absolute Lieblingsgetränk der Deutschen. Jedes Jahr trinkt ein Bundesbürger durchschnittlich 150 Liter. Für viele ist der Exotenjob eines Kaffeetesters daher ein absoluter Traumberuf. Den ganzen Tag Kaffeesorten probieren und dafür auch noch bezahlt werden – in der Vorstellung fast zu schön, um wahr zu sein.

Sogar Schmatzen und Schlürfen ist während der Verkostung erlaubt. Nur so können die Tester die unterschiedlichen Geschmacksstoffe erfassen. Je nach Herkunftsland variieren die Aromastoffe. In einer einzigen Bohne können mehrere Hundert Geschmacksnuancen stecken. Eine große Herausforderung, die scharfe Sinne erfordert.

Doch allein mit dem Probieren ist die Arbeit nicht getan. Zu den Aufgaben der Kaffeetester gehört auch die Begutachtung des Rohkaffees vor der Röstung: Bohnen müssen auf Mängel, Größe und Wassergehalt hin untersucht werden. Kaffeeeinkäufer vertrauen auf das Urteil der Geschmacksexperten.

So schön das auch alles klingt: Der Beruf des Kaffeeverkoster ist äußert selten. In Deutschland gibt es gerade mal rund 30 Tester. Die Prüfer müssen einen besonders ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn haben. Wenn einem das Schmecken im wahrsten Sinne des Wortes nicht einfach von der Zunge geht, ist man für diesen Beruf nicht geeignet. Ob man über das nötige Talent verfügt, wird im Bewerbungsverfahren entschieden: In Unternehmen wie Tchibo bekommen die Kandidaten verschiedene Sorten vorgesetzt und müssen deren geschmackliche Besonderheiten erkennen. Wer das schafft, kommt in die engere Auswahl und wird von einem erfahrenen Tester ausgebildet.

Ein Ausbildungsberuf im klassischen Sinne ist die Kaffeeverkostung allerdings nicht. Meist arbeiten die Prüfer bereits in kaffeeverarbeitenden Unternehmen oder bei Exporteuren oder Händlern, fallen dort durch ihre Geschmacksfähigkeiten auf und werden innerbetrieblich geschult.

Quelle: zeit.de
Bild: Andreas Levers (Flickr)

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