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Berufsbild Projektmanager: Top ausgebildete Kämpfernaturen mit natürlicher Autorität händeringend gesucht

Typisch deutsche Tugenden wie Organisationstalent, Ordnungsliebe und Gründlichkeit sollte man mitbringen, wenn man sich anschickt, Projektmanager zu werden. So nebulös, wie diese Bezeichnung klingt, so offen ist auch der Weg dorthin. Die meisten Projektmanager haben ein Fachstudium absolviert, meist Ingenieurs- oder Wirtschaftswissenschaften. Durch berufsbegleitende Weiterbildungen oder in speziellen Aufbaustudiengängen bildeten sich viele anschließend weiter, um dann als Quereinsteiger in das Projektmanagement einzusteigen.

Die Zahl der in diesem Tätigkeitsfeld arbeitenden Manager ist den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) mit Sitz in Nürnberg hatte der Berufsverband zur Jahrtausendwende noch weniger als 2000 Mitglieder. Inzwischen sind es mehr als 5000. Viele Unternehmen hätten erkannt, dass sich ein effizientes Projektmanagement langfristig lohne.

Doch was genau macht ein Projektmanager nun eigentlich genau? Die Antwort ist ebenso kurz wie unpräzise: Prozesse koordinieren. Ein Betrieb muss seine Aufgaben heute in einem sehr viel engeren Korsett von Terminen und Kosten erledigen als früher. Projektmanager werden daher zur Koordination all dieser Aufgaben, Anforderungen und Aufträge eingesetzt. Sie koordinieren und steuern alle wesentlichen Prozesse und arbeiten dabei mit allen Abteilungen eines Unternehmens zusammen.

Ein Projektmanager ist in gewissem Sinne mit einem Handwerker aus früheren Zeiten vergleichbar: Er liefert alle Leistungen aus einer Hand – auch wenn er dabei nicht wirklich manuell tätig wird. Solche Allrounder sind inzwischen in nahezu allen Branchen gefragt. Nicht nur im Baugewerbe, in der Computerbranche oder im Maschinen- und Anlagenbau werden sie verstärkt eingesetzt, sondern auch in öffentlichen Verwaltungen.

An Projektmanager werden hohe Erwartungen gestellt: Da sie alle an einem Projekt Beteiligten zusammenführen müssen, sind vor allem soziale Kompetenz und eine gute Kommunikationsfähigkeit gefragt. Sie sollten sowohl über theoretisches Hintergrundwissen, als auch über Praxiskenntnisse verfügen, damit sie besser argumentieren können. Sensibelchen und keine Softies sind fehl am Platz. Vielmehr wünschen sich Unternehmen selbstbewusste Fachkräfte mit natürlicher Autorität.

Als eine der wenigen Universitäten bietet die Hochschule Merseburg ein Aufbaustudium zum Projektmanager an. Jedes Semester werden 30 Studierende zugelassen. Voraussetzung dafür ist ein Bachelor-Abschluss mit mindestens 180 credit points, von denen mindestens 120 in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium erbracht werden. Leicht ist es daher nicht, Projektmanager zu werden. Aber wer es einmal geschafft hat, dem stehen gute Karrierechancen offen. Immerhin lernt man in dieser Position in kleinerem Maßstab, wie man ein Unternehmen führt. Das erleichtert es, später in höhere Positionen hineinzukommen.

Quelle: manager-magazin.de
Bild: Dru Bloomfield (Flickr)

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