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Berufsbild Rechtsmediziner: Emotionen haben am Obduktionstisch nichts zu suchen

In der Krimi-Serie 'Tatort' spielt Jan-Josef Liefers den Gerichtsmediziner Karl-Friedrich Boerne, der ständig mitten in den spannendsten Ermittlungen steckt und den Kommissar durch seine Arbeit häufig auf die Spuren des Mörders führt.

Ständig sieht man im Fernsehen Rechtsmedizinern bei ihrer Arbeit am Obduktionstisch zu. Durch die zahlreichen Sendungen ist der Beruf sehr populär geworden, dabei sieht die Realität der Rechtsmediziner in Wirklichkeit ganz anders aus. Kaum ein Gerichtsmediziner dürfte jemals zu Opernmusik um den Obduktionstisch getänzelt haben wie Karl-Friedrich Boerne. Stattdessen ist der Alltag ziemlich hart und nicht für Zartbesaitete geeignet.

Gerichtsmediziner müssen versuchen, Todesursachen zu klären und Sterbevorgänge zu rekonstruieren. Viele Stunden stehen sie dafür am Obduktionstisch, um nach verdächtigen Spuren zu suchen, ohne sich von Verdächtigungen leiten zu lassen. Daneben müssen Rechtsmediziner aber auch mitunter lebende Opfer und Beschuldigte von Gewaltverbrechen untersuchen, zum Beispiel beim Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch von Kindern.

Emotionen müssen dann vollkommen ausgeschaltet werden, damit die Expertise nicht von Gefühlen beeinflusst wird. Professionelle Distanz und Neutralität zu den schlimmen Ereignissen sind absolute Voraussetzung, um einen guten Job zu machen. Wer Rechtsmediziner werden will, muss zunächst ein Medizinstudium absolvieren und anschließend die Ausbildung zum Facharzt durchlaufen. Studenten, die das erste Mal einen Einblick in das Fach bekommen, gruseln sich oft, wenn sie lernen müssen, die Zeichen des Todes zu erkennen und zu interpretieren.

Wer sich dennoch für eine Laufbahn entscheidet, muss mit einer hohen Arbeitsbelastung rechnen. Rechtsmediziner haben dem Berufsverband zufolge nicht selten einen 14-Stunden-Tag und sind chronisch überlastet. Vergütet werden sie normalerweise nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst. Als Richtwert für das Monatsentgelt werden Gehälter zwischen 3.600 und 4.700 Euro brutto angegeben.

Quelle: rp-online.de
Bild: meddygarnet (Flickr)

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