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Berufsbild Sozialpädagoge: Engagierte Idealisten kämpfen für Problemgruppen

Der Job von Sozialpädagogen besteht darin, zu denen zu gehen, die alle anderen bereits aufgebeben haben: Zu den Problemkindern der Nation, die Schule schwänzen, betteln, saufen, Drogen nehmen oder gewalttätig sind. Oder zu Suchtkranken, Gefängnisinsassen, Obdachlosen oder Bewohnern von Seniorenheimen.

Einem Vertreter dieses Berufsstands kann man mittwochs bei seiner Arbeit zuschauen. In der RTL-Dokusoap 'Die Ausreißer – der Weg zurück' versucht Sozialarbeiter Thomas Sonnenburg, junge Menschen wieder von der Straße zurückzuholen. So wie ihn stellt man sich Sozialarbeiter gemeinhin vor: Umhängetasche, saloppe Kleidung, joviale Art – kurzum, ein praktizierender Gutmensch. Ein solcher sollte man auch schon sein, wenn man vorhat, diesen schwierigen Beruf zu ergreifen. Denn die Verdienstmöglichkeiten sind eher mau. Mehr als ein monatliches Bruttogehalt von rund 2.700 Euro ist in der Regel nicht drin.

Angestellt sind Sozialarbeiter meist bei Ämtern und Behörden im öffentlichen Dienst. Allerdings arbeiten sie weniger in der Verwaltung, als vielmehr in Heimen, Tagesstätten, der Jugendhilfe oder in Familienberatungsstellen. Somit bieten sie ihrer Problemklientel ein staatliches Hilfsangebot an. Dieses Angebot hat die Eigenart, dass seine Nutznießer meist gar kein Gesuch um amtliche Betreuung an die Obrigkeit gerichtet haben. Daher ist der Einstieg oft schwierig. Hat man das Vertrauen eines Klienten erlangt, muss man Überzeugungsarbeit leisten, damit er auch die ihm angebotene Hilfe annimmt.

Diese Hilfen sehen so aus, dass die Sozialarbeiter zunächst die jeweiligen sozialen Schwierigkeiten analysieren, deren Ursachen aufzeigen und Lösungen zu deren Verhinderung entwickeln, die sie dann zwischen den beteiligten Trägern und Organisationen abstimmen und vermitteln. Betroffenen wird erklärt, wo und wie sie konkrete Unterstützung in Anspruch nehmen können.

Hilfreich zur Ausübung des Berufs sind grundsätzlich Einfühlungsvermögen im Umgang mit den zu betreuenden Menschen sowie Toleranz, Offenheit, Kontaktfreude und Belastbarkeit. Der Weg zum Diplom-Sozialpädagogen erfolgt meist über ein dreijähriges Studium an Fachhochschulen oder Akademien.

Quellen: berufe-lexikon.de, spiegel.de
Bild: Geoff Stearns (Flickr)

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