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Berufsbild Spieleredakteur: Exotischer Job für verspielte Quereinsteiger

Redakteure von Brett- und Kartenspielen müssen vor allem zwei Voraussetzungen für ihren Job mitbringen: Ausdauer und eine überdurchschnittlich große Spielfreude. Schließlich müssen sie Produkte bis zur Marktreife dutzende Male testen.

Ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag beim Ravensburger Spieleverlag sieht oft so aus, dass sich die Redakteure zusammensetzen und ein Brettspiel spielen, das sich noch in der Entwicklung befindet. Was anderswo mit Abmahnungen geahndet würde, ist hier ganz normaler Alltag. Die Prototypen der Brett- und Kartenspiele werden meist von professionellen Spielautoren und Privatpersonen geliefert, die ihre Ideen an den Verlag schicken. Die Entscheidung, ob ein Spiel tatsächlich das Zeug hat, um produziert zu werden und auf den Markt zu kommen, treffen die Spiele-Redakteure.

Doch der Weg bis zur Marktreife ist lang. Zunächst wird der Prototyp intensiv getestet. Wird er für gut befunden, geht es an die wesentliche Arbeit: Das Spiel muss entwickelt, verändert und verbessert werden. Bis zu einem halben Jahr kann es dauern, ehe das Prinzip und die Spielregeln endgültig ausgereift sind. Trotzdem kann es passieren, dass die Arbeit nicht von Erfolg gekrönt wird, weil man nach mehreren Monaten merkt, dass ein Spiel doch nicht umsetzbar ist.

Bei Ravensburger betreut jeder Redakteur gleichzeitig bis zu sieben Projekte. Ihre Arbeit ist vielfältig, denn neben den zahlreichen Testspielen müssen sie die Spielanleitungen verfassen, das Design entwerfen, Materialien bestimmen und mit Grafikern und Entwicklern zusammenarbeiten. Spezielle fachliche Fähigkeiten benötigen Spieleredakteure nicht, da der Berufszugang frei ist. Die wenigsten haben ein Volontariat bei einem Spieleverlag absolviert. Stattdessen sind die meisten Redakteure Quereinsteiger aus völlig unterschiedlichen Branchen. Was man vorher gemacht hat, ist nicht so wichtig. Allerdings sollten Spieleredakteure einen Universitäts- oder Hochschulabschluss mitbringen und sich gut in der Spielelandschaft auskennen.

Organisationstalent, Geduld, Teamfähigkeit und Kreativität sind weitere Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, wenn man darüber nachdenkt, diesen Exoten-Beruf zu ergreifen. Die Anzahl der Arbeitsplätze ist sehr gering. Bundesweit gibt es gerade mal um die 60 Stellen.

Quelle: zeit.de
Bild: Andrés Aguiluz Rios (Flickr)

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