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Betriebsbedingte Kündigung: Eine Klage kann sich auszahlen

Der Schock sitzt tief. Gerade ist eine betriebsbedingte Kündigung ins Haus geflattert. Doch nach dem ersten Schreck gilt es, Ruhe zu bewahren und eine Strategie zu entwerfen.

Juristen empfehlen, dass Betroffene eine Kündigungsschutzklage anstrengen, da den meisten Unternehmen Fehler unterlaufen. Tatsächlich sind die Gründe für eine Kündigung oft nicht stichhaltig. Ein erheblicher Umsatzeinbruch etwa rechtfertigt noch keinen betriebsbedingten Personalabbau.

Eine Firma kann nur dann betriebsbedingt entlassen, wenn eine unternehmerische Entscheidung getroffen worden ist, die zum Wegfall von Arbeitsplätzen führt. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn eine neue Technik eingeführt wird oder eine bestehende Produktion nicht mehr angeboten werden soll und dadurch Stellen gestrichen werden. Ein Umsatzeinbruch ist jedoch keine unternehmerische Entscheidung, selbst wenn er noch so groß ausfällt. Der Arbeitgeber kann nicht nur behaupten, dass es ihm schlecht gehe. Eine solche Äußerung muss einhergehen mit dem Verzicht auf ein bestimmtes Angebot, z.B. die Auflösung einer Abteilung seines Betriebs.

Die Gründe für die Kündigung muss das Unternehmen seinem Angestellten jedoch nicht nennen. Allerdings muss vor solch einem Schritt der Betriebsrat angehört werden. Wenn dabei Fehler gemacht werden, ist die Entlassung unwirksam. Ist der Personalabbau unabwendbar, können sich Betriebsrat und Unternehmen auf einen Interessenausgleich oder einen Sozialplan einigen. Bei einem Interessenausgleich muss der Arbeitgeber mitteilen, ob gekündigt wird und wann was und wie geschieht. Ein Sozialplan soll die materiellen Nachteile der Beschäftigten durch die Kündigung abmildern – meist in Form einer Abfindungssumme.

Bei mehreren betriebsbedingten Kündigungen kann der Betriebsrat ein Wort dabei mitreden, welche Mitarbeiter gehen müssen. Dabei spielen Faktoren wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter, eventuelle Unterhaltspflichten der Mitarbeiter sowie eine mögliche Schwerbehinderung eine Rolle.

Quellen: manager-magazin.de, sueddeutsche.de
Bild: conorwithonen (Flickr)

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