Excite

Bewerbung: Fahrtkosten erstatten lassen und Materialkosten zurückholen

In Zeiten der Wirtschaftskrise artet die Suche nach einem Job häufig zum Bewerbungs-Marathon aus. Durch Materialkosten, Porto, Porträtfotos oder Anfahrtswege zu Vorstellungsgesprächen kann die Arbeitsplatz-Suche ganz schnell richtig ins Geld gehen. Wegen Einstellungsstopps und sinkender Stellenausschreibungen müssen Arbeitsuchende derzeit einen langen Atem haben. Viele müssen durchschnittlich 70-80 Bewerbungen schreiben, bis sie endlich fündig werden. Bewerber sollten deshalb versuchen, ihre Kosten zurückholen.

Grundsätzlich müssen zwar alle Kosten für eine Bewerbung selbst getragen werden, jedoch kann man die Ausgaben in vollem Umfang über die Werbungskosten von der Steuer absetzen. Darunter fallen beispielsweise Kosten für Mappen, Fotos, Papier, Kopien und Porto. Auch die Anreise kann man sich erstatten lassen: Laut Gesetz sind Unternehmen dazu verpflichtet, die bei einem Vorstellungsgespräch anfallenden Anfahrtskosten zu ersetzen. Üblich ist die Abrechnung der Kilometerpauschale, d.h. 30 Cent pro Kilometer. Allerdings schließen viele Firmen die Erstattung schon vorher aus oder setzen eine pauschale Summe fest, die für die Anreise gezahlt wird.

Wie auch immer: Bescheidenheit ist hier fehl am Platz! Fragen nach einer Kostenübernahme dürfen einem nicht peinlich sein. Sie zeigen vielmehr, dass man bekommen möchte, was einem zusteht. Und das kann dem potenziellen Arbeitgeber eigentlich nur recht sein, schließlich soll man ja künftig dessen Interessen mit ähnlicher Beharrlichkeit vertreten. Im Anschluss an das Vorstellungsgespräch sollte man daher nach einem Ansprechpartner in der Buchhaltung fragen, an den man die Rechnung schicken kann.

Wer arbeitslos oder von "Arbeitslosigkeit bedroht" ist, kann seine Bewerbungskosten auch von der Agentur für Arbeit einfordern. Pro Bewerbung werden pauschal 5 Euro erstattet. Die Anzahl der Bewerbungen muss zwar nachgewiesen werden, aber die meisten Agenturen verlangen nur eine Liste und das eigene Anschreiben, nicht aber Einladungen oder Absageschreiben. Die Agentur für Arbeit übernimmt auch die Fahrtkosten von 0,20 €/km bzw. maximal 130 € pro Fahrt. Pro Person kann die Agentur maximal 260 Euro pro Jahr erstatten.

Quelle: bild.de
Bild: Niels Heidenreich (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017