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Bewerbungsurlaub bei Kündigung ermöglicht bezahlte Jobsuche

Das unangenehme Gefühl, das man hat, wenn man entlassen wird, kennen viele, was der Bewerbungsurlaub bei Kündigung ist, dagegen nur sehr wenige. Dabei ist es eine der vorteilhaften Möglichkeiten, die das deutsche Arbeitsrecht all denen einräumt, die kurz vor einer Entlassung stehen oder aber selbst kündigen.

Der Bewerbungsurlaub ist eines der vielen Sonderrechte, die dem Arbeitnehmer bei einer Kündigung zur Verfügung stehen. Es handelt sich dabei um einen relativ kurzen Zeitraum, den der Arbeitgeber der gekündigten Person zur Verfügung stellen muss, damit diese nach einer neuen Anstellung suchen kann. Für die Tage, die der Arbeitnehmer zur Jobsuche in Anspruch nimmt, besteht für den Arbeitgeber in der Regel die Pflicht, eine Lohnfortzahlung zu gewährleisten. Grundlose Ablehnung eines Antrags auf Bewerbungsurlaub, ist vom Standpunkt des Gesetzes prinzipiell nicht möglich.

Für gewöhnlich wird der Bewerbungsurlaub für ungefähr fünf Tage gewährt. In einigen Fällen, beispielsweise bei komplizierter Lage auf dem Arbeitsmarkt, kann sich der Zeitraum vergrößern. Diese Zeit kann der Arbeitnehmer nutzen, um an Vorstellungs- und Auswahlgesprächen sowie Bewerbertests teilzunehmen. Bei weniger günstigen Umständen kann der Bewerbungsurlaub auch genutzt werden, um Formalitäten beim Arbeitsamt und sonstigen Behörden zu regeln.

Die Einzelheiten zum Bewerbungsurlaub werden im Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraf 629 und 616) geregelt. Zuweilen können Tarifverträge abweichende Regelungen enthalten. Einige Unklarheiten gibt es bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Hier kann der Arbeitgeber den bezahlten Bewerbungsurlaub unter Umständen verweigern. Meistens gibt jedoch die Dauer des Arbeitsverhältnisses den Ausschlag: Wenn der Arbeitnehmer nicht nur kurz für den Arbeitgeber tätig war, kann auch bei befristeten Verträgen Bewerbungsurlaub gewährt werden.

Quelle: focus.de
Bild: Shawn Campbell (Flickr)

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