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Bezahlter Bildungsurlaub: Nur wenige nutzen die Möglichkeit

Bezahlter Bildungsurlaub gehört in sehr vielen deutschen Bundesländern zu den gesetzlich verankerten Arbeitnehmerrechten. Alles in allem nutzen jedoch nur die wenigsten Arbeitnehmer diese Möglichkeit zur Weiterbildung. Einer der wichtigsten gründe dafür liegt darin, dass bezahlter Bildungsurlaub relativ unbekannt ist.

Dabei gehört dieser Fortbildungsurlaub in einigen Teilen Deutschland schon seit Jahren zu den Arbeitnehmerrechten. Bis auf Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen gibt es in allen Bundesländern gesetzliche Regelungen, die den Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, bis zu fünf Tage im Jahr einen Extra-Bildungsurlaub in Anspruch zu nehmen.

Dabei erfolgt die Weiterzahlung der Bezüge in voller Höhe. Grundsätzlich muss der Arbeitgeber einem solchen Bildungsurlaub ohne Weiteres zustimmen. Als möglicher Anlass zur Ablehnung gelten lediglich betriebliche Gründe, beispielsweise wenn die Produktion durch den bezahlten Bildungsurlaub gefährdet wird. Dabei muss aber der Arbeitgeber nachweisen, dass es tatsächlich so ist – im Extremfall auch vor dem Arbeitgericht.

Der Primärzweck des Urlaubs zur Weiterbildung liegt darin, die Erwerbung neuer beruflich wertvoller Kenntnisse zu gewährleisten. Berufsgebundene Kenntnisvertiefung gehört ebenso dazu wie Sprachkurse und EDV-Lehrgänge. Auch Zeitmanagement-Schulungen können durchaus zum bezahlten Bildungsurlaub gehören.

Denn das Gesetz legt die Felder, in denen die Weiterbildung erfolgen kann, nicht eindeutig fest. Prinzipiell haben Arbeitnehmer also das Recht, auch an kulturellen oder politischen Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen von diesem Extraurlaub teilzunehmen. Was als bezahlter Bildungsurlaub vom Arbeitgeber tatsächlich anerkannt wird, hängt vom Einzelfall ab.

Auf jeden Fall tut man gut daran, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des Bildungsurlaubs belegt werden können. Grundsätzlich muss man einen entsprechenden Urlaubsantrag mindestens sechs Wochen vor geplantem Beginn stellen.

Viele Arbeitnehmer haben angesichts der unsicheren Wirtschaftslage häufig Zweifel, inwiefern sie einen Weiterbildungsurlaub beantragen können. Gesetzlich gesehen haben sie dazu das volle Recht. Betrieblich gesehen erweisen sich die Zweifel darüber, ob bezahlter Bildungsurlaub vom Vorgesetzten gern gesehen wird, häufig als völlig unbegründet.

Quelle: faz.net
Bild: lernet (Flickr)

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