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Bildungsurlaub: Mitarbeiter mit guten Sprachkenntnissen haben noch keinem Betrieb geschadet

Seine Präsentationstechnik verbessern, rhetorisch flüssiger werden oder sein Englisch aufpolieren - Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub.

Doch viele trauen sich nicht, ihn gegenüber dem Chef durchzusetzen. Zu sehr haftet einer solchen Fortbildung das Etikett "Freizeit durch die Hintertür" an, seit der Bildungsurlaub in den siebziger und achtziger Jahren in vielen Bundesländern eingeführt wurde. Unternehmen bemängeln oft, dass die gewählte Veranstaltung nichts mit der beruflichen Aufgabe zu tun habe.

Das muss sie auch gar nicht. Denn bei Bildungsurlaub geht es gar nicht um reines Wissen, das sich eins zu eins im Job anwenden lässt. Darum geht es vielmehr in der betrieblichen Weiterbildung. Bildungsurlaub dagegen zielt auf die Förderung von Kompetenzen, die Voraussetzung sind für individuelle Lebenschancen, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Stabilität sind.

Nun gut, damit lässt sich ein Chef vielleicht nicht wirklich überzeugen. Es muss ja auch nicht unbedingt ein Kurs zur Besiedlungsgeschichte der Kanaren auf 'La Gomera' sein. Auch über den Kurs eines Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks mit dem Titel "1001 Silvesternacht in Marrakesch" oder "Die Kunst des Schauspielerns" beim Figurentheater-Kolleg lässt sich sicherlich streiten.

Doch wer etwas Sinnvolles heraussucht, hat das Recht, für fünf bezahlte Arbeitstage im Jahr einen Bildungsurlaub zu beantragen. Unternehmen müssen ihre Beschäftigten auf entsprechenden Antrag freistellen, um ihnen eine berufliche, politische oder kulturelle Weiterbildung zu ermöglichen. Voraussetzung: Die Veranstaltung muss als Bildungsurlaub explizit anerkannt sein, d.h. die in den Landesgesetzen vorgeschriebenen Anforderungen an Unterrichtsdauer und Inhalt müssen erfüllt sein.

Das Verfahren zur Freistellung ist einfach: Veranstaltung auswählen und buchen, Teilnahmebestätigung abwarten und vier bis sechs Wochen vor Beginn den Anspruch anmelden. Insgesamt nehmen jedoch nur ein bis zwei Prozent der Beschäftigten ihr Recht wahr.

Um innerbetrieblichen Widerstände vorzubeugen, sollten Sie jedoch ein paar Dinge beachten: Sprechen Sie mit Ihren Kollegen eine günstige Zeit ab, damit Sie nicht gerade in einer besonders stressigen Phase fort sind und die anderen ihre Arbeit erledigen müssen. Um den Chef zu überzeugen, können Sie vorschlagen, dass er nur die Kosten für die ausgefallene Arbeitszeit tragen muss, nicht jedoch die für die Weiterbildung. Damit zeigen Sie, dass sie sich weiter qualifizieren wollen und motiviert sind, in Zukunft noch bessere Leistung zu erbringen. Und noch ein Argument kann ausgesprochen hilfreich sein: Mitarbeiter mit guten Fremdsprachenkenntnissen haben noch keinem Betrieb geschadet.

Quelle: karriere-journal.de
Bild: Brenda Annerl (Flickr)

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