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Blue-Card erleichtert Jobwechsel ins Ausland - aber nur eingeschränkt für Familienangehörige

Es ist paradox: Einerseits will die EU-Kommission mit der für 2011 geplanten 'Blue Card' die Formalitäten rund um die Arbeitserlaubnis für Fachkräfte und Manager aus Drittländern erleichtern. Doch andererseits bleiben deren Ehepartner bei den bisherigen Planungen außen vor. Ihnen wird nur ein Aufenthaltsrecht, aber keine Arbeitserlaubnis zugesichert. Ihren Zugang zum Arbeitsmarkt darf somit auch künftig jedes EU-Land selber regeln und einschränken.

Die sogenannte 'Blue Card' ist eine kombinierte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung für Fachkräfte aus Drittländern. Ergänzend dazu wird die neue 'Richtlinie zum Internationalen Personaltransfer' erlassen, die den Wechsel von Angestellten innerhalb eines international tätigen Unternehmens vereinfachen soll. Wie nötig die Reform ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: 2008 wechselten rund 16.500 Fachkräfte innerhalb eines Konzerns befristet nach Europa. Künftig sollen diese Antragsteller innerhalb von 30 Tagen eine Arbeitserlaubnis erhalten. Das wäre schon einmal ein großer Fortschritt, denn bisher dauern die Formalitäten oft Monate. Die 'Blue Card' deckt gleichzeitig Aufenthalt und Arbeit ab.

Auch Anträge auf Familienzusammenführung sollen in maximal zwei Monaten schneller bearbeitet werden. Bei einer positiven Bewilligung kann sich der Antragsteller mit seiner Familie bis zu drei Jahre in der EU aufhalten und frei über deren Grenzen hinweg reisen oder umziehen. Nachteilig ist jedoch, dass die Arbeitserlaubnis nicht für die Angehörigen gilt. Grundsätzlich wird ihnen zwar das Recht auf Arbeit zugesprochen, doch da die jeweiligen EU-Regierungen die Bedingungen stellen können, ist der Zugang zum Arbeitsmarkt je nach Land sehr unterschiedlich geregelt.

Diese mangelnde Liberalisierung ruft massive Kritik an dem Richtlinienentwurf hervor. Einerseits wolle man die besten Manager und Wissenschafter aussuchen, andererseits für deren soziales Umfeld eine Schranke errichten. Dies könne im globalen Talent-Wettbewerb nur schädlich sein.

Quelle: derstandard.at
Bild: Andres Rueda (Flickr)

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