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Büroklatsch: Mitmachen oder Raushalten?

Mitmachen! Klatsch und Tratsch gehören zum Büroalltag wie Kaffeekocher und Kopierer. Dem Getuschel über andere Leute haftet ein etwas anrüchiges Image an, ist es doch oft mit Lästereien verbunden. Darauf verzichten kann man aber fast gar nicht. Und muss man auch gar nicht.

Überraschenderweise bescheinigen Soziologen und Arbeitsexperten dem Klatschen eine vorteilhafte Komponente in Bezug auf die Karriereleiter: Studien zufolge erfahren Angestellte 70% ihres Wissens über den Job durch den Flurfunk. Während beruflicher Erfolg nur zu 10% auf reiner Fachkompetenz beruht, machen Beliebtheit und Bekanntheit den weitaus größeren Anteil aus. Letztlich kann es also hilfreich und positiv sein, wenn man Gegenstand von Klatsch und Tratsch ist.

Dasselbe gilt auch andersherum: Klatschtanten (und –onkel) sind durchaus beliebt. Solange sie nicht übertreiben. Die Person, über die gesprochen wird, darf zum Beispiel nicht allzu sehr diffamiert werden. Außerdem verpflichtet Klatsch nicht nur zur Geheimhaltung. Alle Kollegen, die die Gerüchte und Geschichten ebenfalls interessieren könnten, haben ein ungeschriebenes Recht darauf, informiert zu werden. Wer diese Klatschregeln befolgt, kann es weit bringen.

Die Erklärung hierfür ist ganz einfach: Jede Klatschgeschichte liefert demjenigen, der sie erfährt, einen Informationsvorsprung. Der Wert der exklusiven oder geheimen Infos ist umso höher, je abenteuerlicher die Story und je bedeutsamer die Person ist, um die es dabei geht. Wer brisante Informationen weitergibt oder zu Ohren bekommt, gewinnt selbst an Bedeutung.

Auch für das Betriebsklima ist eine gut laufende Gerüchteküche nicht schädlich. Immer vorausgesetzt, dass Klatsch und Tratsch auf Sachebene bleiben und nicht durch böse Gerüchte oder Verleumdungen die Grenze zum Mobbing überschreiten. Tuscheleien sind ganz pauschal gesehen wichtig für das menschliche Miteinander, denn das geheime Klatschwissen schweißt die Gesprächspartner als Komplizen zusammen. Außerdem wirkt es stabilisierend, denn durch das Weitererzählen werden häufig Regelverstöße geahndet, die die Werte einer Gruppe im Lot halten sollen.

Zum Schluss noch ein letzter Tipp: Man sollte trotz des hiermit offiziell ausgestellten Persilscheins nicht mit jedem klatschen. Am besten ist, man sucht sich einen Klatsch-Zirkel, der einen mit Insider-Wissen versorgt bzw. von einem selbst 'infiltriert' wird. Besonders gut geeignete Kontakte sind oftmals Sekretärinnen. Sie sind eine unersetzliche Quelle von Geheiminformationen, insbesondere über die Vertreter der Chefetagen, die firmeninterne Star-Liga. Mit ihnen sollte man sich daher tunlichst gut stellen!

Quelle: bild.de
Bild: Leeni! (Flickr)

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