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Das Deutschland-Stipendium: Prestigeprojekt fällt kleiner aus als angekündigt

Gerade eben erst hat der OECD-Bildungsbericht die geringen Akademikerquoten in Deutschland gerügt. Die Ergebnisse schreien nach Meinung des bildungspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion geradezu nach Korrekturen in der Bildungspolitik.

Einen ersten Schritt will die Bundesregierung nun mit dem sogenannten 'Deutschland-Stipendium' beschreiten, welches begabten Studierenden unabhängig vom Einkommen der Eltern 300 Euro monatlich zukommen lassen soll. Das nationale Stipendienprogramm soll zum Sommersemester 2011 starten. Anders als zunächst geplant, wird der Bund die Kosten nicht mit den Ländern teilen, sondern den gesamten öffentlichen Finanzierungsanteil in Höhe von 50 Prozent allein tragen. Die zweite Hälfte sollen Sponsoren übernehmen.

Damit das System der Elite-Stipendien funktioniert, müssen die Unis Sponsoren aus der Wirtschaft oder private Geldgeber anwerben. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht darin einen Meilenstein in der Vernetzung der Hochschulen mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld und den Grundstein für den Aufbau einer Stipendienkultur. Die Ministerin will den Universitäten bei der Sponsorensuche mittels einer finanziellen Pauschale, einer speziellen Software sowie Schulungen für Uni-Mitarbeiter, die künftig die Mittel einwerben sollen, helfen.

Obwohl Schavan von einer Revolution spricht, musste sie Ende Juli zugeben, dass das Programm zunächst deutlich kleiner ausfällt als geplant. Als das Prestigeprojekt der schwarz-gelben Regierung konzipiert wurde, sollten bis 2013 insgesamt 160.000 Studenten gefördert werden. In der Gesetzesvorlage wurde die Zahl bereits auf 6.000 im ersten Jahr reduziert, inzwischen ist nur von bis zu 10.000 die Rede. Im Haushalt 2011 sind zehn Millionen Euro für das Deutschland-Stipendium vorgesehen, in den Folgejahren soll der Betrag dann aufgestockt werden.

Die Reform ist bei kirchlichen und parteinahen Stiftungen stark umstritten, denn die staatlichen Zuschüsse an die bestehenden Begabtenförderwerke könnten im Zuge des neuen Systems sinken. Auch der studentische Dachverband fzs steht dem Programm kritisch gegenüber und befürchtet die Förderung einer kleinen Elite auf Kosten der breiten Masse.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: CAMPUS OF EXCELLENCE (Flickr)

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