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Diskriminierung von Dicken: Was Firmen nicht tun dürfen

Benachteiligung, die viele Arbeitnehmer in ihrem Beruf aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale erleben, gehört zu den bedauernswerten Vorkommnissen in der Arbeitswelt – Diskriminierung von Dicken ist eines von diesen Phänomenen. Bei der Jagd nach einer einheitlichen Unternehmensidentität gehen die Unternehmen manchmal zu weit.

Oft gibt es solche Probleme in den asiatischen Ländern. Erst kürzlich gab es einen aufsehenerregenden Fall der Diskriminierung von Dicken in Südkorea. Ein Unternehmen hat sechs fettleibige Angestellte dazu gezwungen, ein Trainingsprogramm zu absolvieren. Die sportlichen Aktivitäten wurden von den Vorgesetzten überwacht.

Einer der Betroffenen hat deswegen nach nur drei Monaten bei der besagten Firma gekündigt. Anschließend hat er den Fall vor die nationale Menschenrechtkommission gebracht, da er den Sportzwang des Unternehmens als einen Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte ansah.

Die Kommission hat sich des Falls des 31-jährigen Angestellten angenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eindeutige Diskriminierung von Dicken handelt. Dementsprechend hat die Kommission das besagte südkoreanische Unternehmen dazu verurteilt, dem Beschwerdenträger eine Summe von fünf Millionen Won als Entschädigung zu zahlen. Umgerechnet sind es rund 3200 Euro.

Strittig war die Frage, inwiefern es sich beim Trainingsprogramm des Unternehmens um freiwillige Maßnahmen handelte, wie die Firma behauptete. Die nationale Menschrechtskommission überprüfte die Sachlage und kam zum Schluss, dass dies nicht mit den Tatsachen übereinstimmte.

Wie interner Schriftverkehr des Unternehmens belegt, war das Trainingsprogramm alles andere als freiwillig. Die Diskriminierung von Dicken ging so weit, dass in den E-Mails namentliche Nennung der Fettleibigen erfolgte und diese außerdem dazu gezwungen wurden, beim Nichterreichen des Gewichtabnahmeziels zu kündigen.

Hierzulande sind solche eklatante Fälle der Persönlichkeitsrechts-Verletzung bislang zwar eher nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Dennoch steht es um die Chancengleichheit von Fettleibigen nicht zum Besten. Was die Diskriminierung von Dicken angeht, hat man auch in Deutschland noch einiges zu verbessern.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Rupert Taylor-Price (Flickr)

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