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Elternzeit für Väter: Keine Angst vor Karriereknick!

Das hatte sich Ex-Familienministerin Ursula von der Leyen vermutlich anders vorgestellt, als sie 2007 das Elterngeld und die sogenannten 'Vätermonate' einführte. Bleiben Väter mindestens zwei Monate zu Hause beim Kind, wird das Elterngeldbezug bis zu 14 Monate lang gewährt.

Hört sich soweit ganz gut an, immerhin zahlt der Staat rund zwei Drittel des bisherigen Netto-Einkommens bis zu einem Betrag von 1800 Euro. Doch in der Praxis überzeugte die Förderung nicht so richtig. Die Quote der Männer unter den Elterngeldbeziehern liegt derzeit nur bei unter 20 Prozent.

Der Grund dafür ist meist, dass viele Väter befürchten, in der Firma auf das Abstellgleis zu geraten, wenn sie in Elternzeit gehen. Außerdem möchten sie nicht in den Ruf eines Hausmanns oder Weicheis geraten, der lieber Windeln wechselt als ein spannendes Projekt zu betreuen.

Viele Sorgen sind nach Einschätzung von Experten jedoch unbegründet. In zahlreichen Betrieben habe bereits ein Bewusstseinswandel stattgefunden, so dass die Elternzeit für Väter immer weniger exotisch werde. Wichtig sei jedoch, mit seinem Chef offen und so frühzeitig wie möglich über die geplante Auszeit zu sprechen, denn möglicherweise muss der Vorgesetzte Projekte neu besetzen oder die Personalplanung ändern. Mit einem ausreichenden Vorlauf gelingt der vorübergehende Ausstieg meist reibungslos.

Generell gilt, dass zwei Monate Väterzeit die wenigsten Karriereprobleme bereiten. Je länger Männer wegbleiben, desto schwieriger wird es aber auch für sie. Dann tritt derselbe Effekt ein wie bei ihren Frauen: Man ist erst einmal raus, da interessante Projekte ohne einen weiterlaufen. Dadurch könnte ein Karriereknick entstehen. Laut Statistischem Bundesamt blieben in diesem Jahr bislang drei Viertel der männlichen Elterngeldbezieher für nur zwei Monate zu Hause. Lediglich 17 Prozent betreuten ihren Nachwuchs sechs Monate oder länger.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Nathan Bittinger (Flickr)

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