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Englische Arbeitszeugnisse: Ausländische Chefs haken gerne telefonisch nach

In Zeiten der Globalisierung werden englische Arbeitszeugnisse auch bei deutschen Arbeitnehmern immer beliebter. Bereits fünf Prozent der Beschäftigten wünschen sich Arbeitszeugnisse in englischer Sprache, da immer mehr Angestellte ins Ausland gehen oder für ein internationales Unternehmen arbeiten wollen.

Doch englische Arbeitszeugnisse haben ihre Tücken, da die codierte deutsche Zeugnissprache sich nur schwer übersetzen lässt. In der deutschen Zeugnissprache gibt es die ein oder andere Feinheit, die im Ausland leicht falsch verstanden wird oder völlig unbekannt ist. So gibt es positiv gemeinte Empfehlungen, die im angelsächsischen Raum jedoch mehr schaden als nützen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Satz: 'He left us with enthusiasm'. Ein ausländischer Arbeitnehmer könnte die Formulierung so auffassen, dass der Kandidat es kaum abwarten konnte, sein altes Unternehmen zu verlassen.

Grundsätzlich muss auch bei englischen Arbeitszeugnissen eine bestimmte Form gewahrt werden. Am Anfang steht eine Einleitung mit dem Namen, dem Tätigkeitsfeld und der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses. Anschließend folgen eine Aufgabenbeschreibung und die Beurteilung von Leistung und Erfolgen des Kandidaten. Einen großen Stellenwert nimmt die Bewertung des Sozialverhaltens ein. Der Schlussabsatz sollte sich mit dem Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Empfehlungen und Zukunftswünschen befassen. Fehlt am Schluss eine Empfehlung, verliert ein ansonsten perfektes Zeugnis an Aussagekraft und Glaubwürdigkeit.

Wichtig zu wissen ist, dass Arbeitszeugnisse in den meisten Ländern einen geringeren Stellenwert als in Deutschland haben. Wer sich bei Banken oder Versicherungen im angelsächsischen Raum bewirbt, wird schnell feststellen, dass sich die potentiellen Arbeitgeber am liebsten direkt per Telefon beim früheren Chef erkundigen.

Quelle: faz.net
Bild: miguelb (Flickr)

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