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Fachkräftemangel in Deutschland weniger schlimm als befürchtet

Fachkräftemangel in Deutschland ist angesichts der neuerdings wieder ansteigenden Konjunktur ein wichtiges Thema in der öffentlichen Debatte. Aus der Sicht von Unternehmen und Arbeitgeberverbänden gibt es hier viel Nachholbedarf. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Lage weniger dramatisch als angenommen.

Das Angebot an Arbeitskräften ist aus der Sicht des DIW insgesamt nicht zu knapp. Generell gibt es weniger offene Stellen als gut qualifizierte Arbeitslose. Auch was die Zukunft angeht, gibt es prinzipiell keinen Grund zur Sorge, denn zuletzt ist ein Anstieg von Studienanfängern in naturwissenschaftlichem und technischem Bereich zu verzeichnen.

Von Seite der Arbeitgeber erfährt diese Studie einen herben Widerspruch. Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist Deutschlands größtes Problem die geringe Attraktivität für ausländische Fachkräfte. Aus der Sicht des DIHK wird zu wenig dafür getan, um hochqualifizierte Zuwanderer anzulocken, was über kurz oder lang zu Fachkräftemangel in Deutschland führen kann.

Wie der Arbeitgeberverband betont, fehlt es in Deutschland an einer „Willkommens-Kultur“. Ausländische Fachkräfte und Experten fühlen sich in der Bundesrepublik nicht erwünscht. Oft würden berechtigte Klagen von polnischen Zuwanderern oder Deutschtürken laut, die trotz guter Qualifikation als Aushilfskräfte angesehen werden.

Unter ausländischen Studenten und Fachkräften gilt Deutschland als mittelmäßig attraktiv. Eines der größten Probleme ist die Sprache. Laut einem Bericht von Außenhandelskammern führen die Schließung der Goethe-Institute und das Zurückfahren der Angebote des Deutschen Akademischen Austauschdienstes dazu, dass vielerorts Deutsch nicht mehr gelernt werde.

Zusammen mit dem komplizierten Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungsrecht habe das eine geringe Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften zur Folge. Unterm Strich könnte das zu Fachkräftemangel in Deutschland führen und negative Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft bedeuten.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: feynschliff
(Flickr)

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