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Fernabitur: Gleichwertiger Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg

Die Zahl der Erwachsenen, die sich für ein Fernabitur entscheiden, hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Für das Nachholen der Allgemeinen Hochschulreife gibt es ganz unterschiedliche Motivationen: fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz, strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, der Wunsch nach persönlicher Weiterbildung oder nach einem besser bezahlten Job.

Das Fernabitur bietet Erwerbstätigen die Möglichkeit, den fehlenden Schulabschluss parallel zur Berufsausübung zu erwerben. Der größte Vorteil des Fernabiturs ist demzufolge die Flexibilität. Feste Studienzeiten gibt es nicht. Die Wissensvermittlung erfolgt hauptsächlich über Studienbriefe, die alle Teilnehmer mit der Post erhalten und immer dann bearbeiten können, wenn sie gerade Zeit haben. Die Gesamtstudienzeit beträgt je nach Vorbildung und Schulabschluss 30 bis 48 Monate.

Wohnort und Sitz der meist privatwirtschaftlichen Bildungsträger sind ganz unterschiedlich. In vielen größeren deutschen Städten können sich die Abiturienten in Fernstudienzentren informieren und dort auch die Klausurtermine absolvieren.

Mindestvoraussetzung für ein Fernabitur ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Wer einen Realschulabschluss vorweist, kann meist ein höheres Einstiegsniveau wählen und die Gesamtdauer des Fernabiturs entsprechend verkürzen. Das Abitur auf dem 'zweiten Bildungsweg' ist völlig gleichwertig mit einem schulischen Abitur und ermöglicht nach einem erfolgreichen Abschluss das Studium an sämtlichen deutschen Universitäten und Fachhochschulen.

Gratis ist ein Fernabitur allerdings nicht zu bekommen. Für das Studienmaterial und die Betreuung fallen monatliche Beiträge an, die je nach Bildungsanbieter variieren. Hinzu kommen oft weitere Gebühren durch fakultative Seminarangebote. Da das Fernabitur jedoch eine von der Familienkasse anerkannte Ausbildungsart ist, können Teilnehmer unter 27 Jahren Kindergeld beantragen, wenn das Abitur in Vollzeit absolviert wird. Im letzten Jahr des Fernabiturs können unter bestimmten Umständen Leistungen nach dem BAföG beantragen.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: ccarlstead (Flickr)

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