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Festvertrag mit Probezeit und schwanger geworden: Droht die Kündigung?

Eine Schwangerschaft ist in den meisten Fällen ein Grund zur Freude, doch ergeben sich gerade in beruflicher Hinsicht mit dieser Neuigkeit auch viele Fragen. Wenn Sie einen Festvertrag mit Probezeit haben und schwanger werden, sollten Sie den Vertrag genau prüfen, um zu wissen, was Ihre Rechte in diesem Falle genau sind.

In den meisten Fällen besteht Kündigungsschutz

Wenn ein Festvertrag mit Probezeit abgeschlossen wurde und Sie schwanger werden, dann gilt das Mutterschutzgesetz. Dieses beinhaltet, dass bei einer Schwangerschaft Ihr Arbeitsplatz für die Dauer dieser und bis zu vier Monate darüber hinaus nicht gekündigt weren darf. Hierzu muss Ihr Arbeitgeber aber fristgerecht über die Schwangerschaft informiert werden.

Diese Regelung gilt aber nur dann, wenn die Probezeit bereits Teil der Arbeitszeit ist. Dann bleibt Ihr Arbeitsverhältnis auch über die Geburt und Elternzeit bestehen.

Ist eine Kündigung notwendig, darf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht aufgrund der Schwangerschaft erfolgen. Liegen andere und davon unabhänige Gründe vor, dann kann eine Kündigung unter den geltenden rechtlichen Vorschriften durchaus erfolgen.

Diese Gründe dürfen sich aber auch nicht darauf beziehen, dass Sie aufgrund der Schwangerschaft bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausführen dürfen, denn es ist sogar Ihre Pflicht, bestimmte Arbeiten nicht mehr zu verrichten, um sich und das Kind zu schützen. Hiervon sind zum Beispiel Frauen betroffen, die im Krankenhaus arbeiten oder körperlich fordernde Tätigkeiten ausführen müssen.

Wenn im Vertrag festgehalten ist, dass die Probezeit ein definiertes Ende hat und im Anschluss daran ein neuer Vertrag geschlossen werden muss, dann gilt diese Probezeit im Prinzip als ein befristeter Vertrag und dieser muss dann nicht verlängert werden. Der Kündigungsschutz greift dann also nicht - auch nicht bei einer Schwangerschaft.

Expertenrat einholen

Wenn Sie also einen Festvertrag mit Probezeit haben und schwanger werden, dann sollten Sie sich unbedingt vorher informieren, was Ihre Rechte und Pflichten sind. Im Zweifelsfalle kann Ihnen ein Anwalt weiter helfen. Sie sollten Ihren Arbeitgeber aber so bald wie möglich von der Schwangerschaft in Kenntnis setzen, um sich und das Kind zu schützen.

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