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Firmen-Image: Skandalumwitterte Unternehmen haben keine Nachwuchssorgen

Ist der Ruf erst ruiniert, leben viele Unternehmen zumindest in Sachen Personalwesen ganz ungeniert. Schon häufig hat sich gezeigt, dass ein schlechtes Konzernimage Bewerber kaum abschreckt.

Auch wenn es paradox klingt, kann eine breite Aufmerksamkeit für Firmen sogar dann von Vorteil sein, wenn die Berichterstattung negativ ist. Das gilt umso mehr, je unbekannter das Unternehmen zuvor war. Die Deutsche Flugsicherung beispielsweise, die wegen der isländischen Vulkanasche die umstrittenen Flugverbote über Deutschland verhängte, berichtete trotz zum Teil heftiger Kritik an ihrer Vorgehensweise über eine gestiegene Zahl von Bewerbern im Anschluss an diese Zeit. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen eigenen Begriff: Das 'Scheinwerfersyndrom'. Es bedeutet, dass im Licht der Öffentlichkeit viele Unternehmen erst richtig sichtbar und damit für potenzielle Arbeitnehmer interessant werden.

Eine solche Erfahrung haben auch schon andere Konzerne gemacht. Zum Beispiel die Deutsche Telekom und der Energiekonzern Vattenfall, die wegen der Bespitzelungsaffäre oder den Störfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel öffentlich kritisiert wurden. Im aktuellen Wirtschaftswoche-Ranking finden sie sich überraschenderweise in der Kategorie der beliebtesten Arbeitgeber für Absolventen in der oberen Tabellenhälfte wieder.

Auch die Buhmänner der Wirtschaftskrise suchen wieder neues Personal für die Finanzbranche. Sowohl die Deutsche Bank als auch Commerzbank meldeten erneut hohe Bewerberzahlen für ihre Traineeprogramme, obwohl das öffentliche Image der Finanzhaie nach wie vor mehr als mies ist. Aber die gute Bezahlung und die Arbeitsplatzsicherheit lassen die meisten Bewerber über dieses Manko hinweg sehen. Nimmt man neben Gehalt und Jobsicherheit auch noch die persönlichen Karrieremöglichkeiten und die Work-Life-Balance hinzu, hat man die wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl herausgefiltert. Daneben wirkt ein schlechter Ruf in der Öffentlichkeit vernachlässigenswert.

Quelle: karriere.de
Bild: Julia Seeliger (Flickr)

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