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Frauen in Führungspositionen: Quotenfrauen sollen männliche Monokultur durchbrechen

In deutschen Chefetagen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert, denn für eine steile Karriere müssen sie nicht nur mehr leisten, sondern oft auch männliches Revierverhalten nachahmen. Eine Quote nach skandinavischem Vorbild soll es den Damen künftig erleichtern, in Führungspositionen zu gelangen.

In den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen sind nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gerade einmal zweieinhalb Prozent der Mitglieder weiblich. Wenn es eine Frau tatsächlich mal nach oben schafft, dann häufig, weil sie aus der Unternehmerfamilie stammt. Bekannte Beispiele sind Susanne Klatten (BMW) und Simone Bagel-Trah (Henkel).

Bezüglich ihrer Karriere sind Frauen von Anfang an nicht sehr optimistisch. Das ergab erst unlängst eine Umfrage des SPIEGEL im Auftrag von McKinsey und StudiVZ. Doch einige Unternehmen haben sich vorgenommen, ihre weiblichen Fachkräfte künftig besser zu fördern. Als erster Dax-Konzern hat die Telekom bekannt gegeben, dass konzernweit mindestens 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt werden sollen. Eine Quote ganz nach skandinavischem Vorbild, denn in Norwegen beispielsweise müssen seit bald drei Jahren 40 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich sein.

Die Telekom-Quotenregelung soll dazu beitragen, das 'Revierverhalten' der Männer zu durchbrechen, denn inzwischen seien regelrecht 'geschlossene Systeme' entstanden, die verhinderten, dass Qualität sich durchsetze. Doch auch Quotenregelungen und sensibilisierte Personalchefs allein werden es nicht schaffen, den Frauen den Weg zum Chefsessel zu ebnen. Hineinklettern müssen sie immer noch selbst. Dazu braucht frau aber eine gewisse Aggressivität, Teamfähigkeit und vor allem eine große Ausdauer. Und sie muss sich damit abfinden, nicht von allen gemocht zu werden.

Außerdem müssen Frauen bereit sein, ein maximales Pensum an Arbeit zu bewältigen. Familienplanung im klassischen Sinne wird da schwierig, denn für Führungskräfte gilt die Devise, dass man auf der Beförderungsliste nach unten rutscht und den Anschluss verliert, wenn man ein Jahr aussteigt, um sich um das Baby zu kümmern.

Quelle: spiegel.de
Bild: Alessandro Valli (Flickr)

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