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Frauenstudiengänge: Frei von Rollenbildern die Scheu vor technischen Fächern abbauen

Um Studentinnen die Scheu vor technischen Fächern zu nehmen, haben einige Hochschulen Frauenstudiengänge eingerichtet. Denn nach wie vor meiden die meisten jungen Frauen sogenannte 'Männer-Domänen' wie Maschinenbau, Informatik oder Elektrontechnik und entscheiden sich stattdessen mehrheitlich für Sprachen oder Sozialwissenschaften.

Im Wintersemester 2009/2010 lag der Frauenanteil in Informatik laut Statistischem Bundesamt nur bei knapp einem Viertel (23 Prozent). Noch weniger Damen hatten sich für Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben (13 Prozent). In einer Studie hat die Professorin Susanne Ihsen von der TU München Aussagen von Studenten in Technikfächern ausgewertet. Heraus kam, dass es fast jeder zehnten Studentin unangenehm ist, in einem Ingenieursstudiengang als Frau aufzufallen.

Ihre Kollegin Ulrike Schleier von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven wundert das nicht. Frauen in technischen Berufen werden oft kritisch angeschaut. Deshalb hat die norddeutsche Uni bereits 1997 als erste Hochschule in Deutschland einen Frauenstudiengang eingerichtet, damit sich die Studentinnen frei von Rollenbildern entwickeln können.

Weitere Angebote existieren an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie an der Hochschule Bremen. Insgesamt gibt es bundesweit allerdings erst fünf Frauenstudiengänge in den Fächern Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik.

Interessentinnen sollten sich für Technik und Mathematik interessieren und über logisches Denken verfügen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für Ingenieurinnen und Technikerinnen ausgezeichnet. Gut ausgebildete Absolventinnen können sich derzeit vor Angeboten kaum retten. Inhaltlich sind Frauenstudiengänge trotz aller Vorurteile genauso anspruchsvoll wie gemischte Angebote.

Quelle: general-anzeiger-bonn.de
Bild: Alexander Konovalenko (Flickr)

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