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Freiwillige Arbeitslosenversicherung: Künstler, Selbständige und Freiberufler müssen tiefer in die Tasche greifen

Schlechte Nachrichten für alle Selbständigen und Freiberuflichen, die eine Freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen haben: Sie müssen künftig viermal so hohe Beiträge zahlen wie bisher.

In einem Schreiben an die Betroffenen informiert die Bundesagentur für Arbeit darüber, dass für das Jahr 2011 die beitragspflichtige Einnahme von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent der Bezugsgröße angehoben wird. Ab 2012 wird dann eine weitere Anhebung auf 100 Prozent der Bezugsgröße vorgenommen.

Betroffen von der Gebührenerhöhung sind alle Selbständigen vom freischaffenden Künstler bis hin zum Handwerker, die freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung sind. Der Eintritt war diesen Berufsgruppen erst seit 2006 möglich, allerdings führen weder die Bundesagentur noch das Statistische Bundesamt Buch darüber, wie viele Selbständige seitdem von dem Angebot Gebrauch gemacht haben.

Das Bundesarbeitsministerium rechtfertigt die drastische Anhebung mit der Gleichbehandlung von angestellten Arbeitnehmern und Selbständigen. Bei Einführung der freiwilligen Versicherung seien die Sätze zu Beginn bewusst niedrig angesetzt worden, um auch den geförderten Ich-AGs in der Übergangsphase den Abschluss des Arbeitslosenschutzes zu ermöglichen. Für die 'Akzeptanz der Versichertengemeinschaft' sei es nun jedoch unerlässlich, dass Selbständige den gleichen Beitrag zahlen wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer. Im laufenden Jahr gilt noch eine Übergangsregelung: Versicherte müssen nur 50 Prozent des regulär aufzubringenden Beitrags zahlen, der in Westdeutschland zurzeit 38,33 Euro beträgt. Erst ab 2012 wird der volle Betrag fällig.

Bis zum 31. März haben Selbständige noch die Möglichkeit, die vom Bundesarbeitsministerium propagierte 'Umgestaltung' des Verhältnisses von Beitrag und Leistung aufgrund der veränderten Konditionen zu kündigen. Wer trotz der Gebührenerhöhung künftig eine Freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen möchte, hat ab sofort zwei Monate mehr Zeit für eine Anmeldung. Bislang musste der Antrag zur Versicherung innerhalb der ersten drei Monate nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit gestellt werden.

Quelle: faz.net
Bild: Jean-Louis Zimmermann (Flickr)

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